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Swatch-Chef will weicheren Franken

Von WZ Online

Wirtschaft
Hayek sieht schwarz für die Schweizer Wirtschaft.
© Swatch

Der Chef des Schweizer Uhrenerzeugers Swatch warnt vor den Folgen eines immer stärkeren Frankens für die Schweizer Industrie. Die Schweizer Banken forderte Swatch-Chef Nick Hayek auf, sich nicht an Wetten auf einen immer höheren Frankenkurs zu beteiligen.


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Die anhaltende Aufwärtsbewegung des Schweizer Franken bereitet einer wachsenden Zahl von Schweizer Firmen Kopfzerbrechen. In einer Umfrage der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gaben 45 Prozent der befragten Firmen an, mit negativen Auswirkungen der Frankenaufwertung konfrontiert zu sein. Das sei eine bedeutende Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal, hieß es am Freitag im SNB-Quartalsheft. Im dritten Quartal hatten lediglich 28 Prozent der Firmen von Problemen aufgrund der Währungsentwicklung berichtet.

Swatch selbst könne mit den Wechselkursschwankungen umgehen und sei gesund genug, um dagegen anzugehen, sagte Hayek am Donnerstag in einem Gespräch mit Reuters. 2010 werde mit einem Umsatz von mehr als 6 Mrd. Franken (4,78 Mrd. Euro) zu einem Rekordjahr werden.

Angesichts des starken Frankens werde der Rekord zwar nett, aber nicht so fantastisch ausfallen. "Der November war sehr gut, und die Weihnachtverkäufe sehen sehr gut aus", sagte er. Für das kommende Jahr sehe es ebenfalls gut aus. "Wir werden alles tun, um das Ergebnis dieses Jahres zu übertreffen", erklärte Hayek. Auch in den USA laufe das Geschäft gut. Marke und Strategie würden stimmen. Das größte Problem seien die Kapazitäten. "Wir bauen überall aus." Er hoffe, dass das Umfeld in der Schweiz so bleibe, dass der Konzern so expandieren könne, wie er das wolle.

15 Prozent gegenüber dem Euro

Der Franken hat dieses Jahr gegenüber dem Euro gut 15 Prozent zugelegt und eilt in einem vorweihnachtlich dünnen Geschäft von Rekordhoch zu Rekordhoch. Derzeit ist ein Euro noch rund 1,25 Franken wert.

Ein starker Franken verteuert die Schweizer Exporte auf ausländischen Märkten. Klagen und Kritik an der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aus der Schweizer Industrie sind bisher im Gegensatz zu früheren Jahren weitgehend ausgeblieben. Nach Angaben von Industrievertretern spüren Exportfirmen aber Druck auf die Margen, und längerfristig droht die Gefahr, dass Produktionen ins Ausland verlagert werden.

Der starke Franken treffe die Industrie und auch den Tourismus, sagte Hayek. Die jüngste Frankenaufwertung sei nicht natürlich und auch nicht gerechtfertigt. Es gebe jede Menge Spekulation. "Ich denke, es wäre ein Skandal, wenn die großen Schweizer Banken, denen die Schweiz und die Schweizer durch die Krise geholfen haben, bei den Spekulationen mitmachten." Vor allem die Franken-Aufwertung der letzten sechs Tage sei nicht gerechtfertigt, da sich beim Euro nichts Neues ergeben habe.

Auch für seine Firma würde er sich bessere Wechselkurse wünschen, sagte Hayek weiter. Aber das raube ihm nicht den Schlaf. Was ihn nicht schlafen lasse, sei die Frage, wo die Stimmen in diesem Land seien, die die Leute aufrüttelten. "Wir alle sollten sehr zornig werden, wenn jemand unsere bisher gesunde Situation aus kurzfristigem Profit-Denken heraus zerstören will," sagte Hayek in dem auf Englisch geführten Interview. (APA)