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"Sympathie allein reicht nicht"

Von Martyna Czarnowska

Politik

Ginge es nach Umfragewerten, bräuchten sich die Grünen im Burgenland kaum Sorgen zu machen. Denn die Sympathie für die Partei ist groß, und damit steigt die Chance, nach der Wahl am 3. Dezember erstmals in den Landtag einziehen zu können. Warum die Grüne Spitzenkandidatin Grete Krojer trotzdem vorsichtig bei der Erstellung von "Wahlprognosen" ist, erklärt sie im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".


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Das Stimmungsklima ist günstig für die Grünen. Seit Jänner stehen sie konstant auf sechs Prozent, jede/r dritte Burgenländer/in könnte sich Umfragen zu Folge vorstellen, Grün zu wählen und jede/r zweite sähe die Partei gerne im Landtag.

Die Zahlen, die Grete Krojer nennt, geben ihr zwar hinreichend Grund für Optimismus. Gleichzeitig verweist sie aber darauf, dass Umfragen und Wahlergebnisse oft auseinanderklaffen. "Sympathie allein ist zu wenig", erklärt die Spitzenkandidatin. "Die Leute müssen uns tatsächlich wählen."

Die WählerInnen hätten auch einige gute Gründe dafür, ist Krojer überzeugt. Da wäre zum Einen die oft beschworene Politikverdrossenheit im Zusammenhang mit den großen Parteien. Rot-schwarz sei auch im Burgenland überholt; die FPÖ könne von ihrer Anti-EU-Erweiterungskampagne, mit der sie nur Ängste schüre, kaum profitieren.

Im Hintergrund spiele sich ein zähes Ringen um ein wichtiges Amt ab. "Es geht um den Landeshauptmann. Alle Parteien versuchen Kotelett zu machen, bevor noch der Bär erlegt ist", veranschaulicht Krojer und fügt hinzu: "Wenn wir Grüne nicht in den Landtag kommen, dann ändert sich gar nichts."

Zu ändern gäbe es aber einiges. So hätten die Grünen im Landtag eine Kontrollfunktion inne, die bisher niemand übernommen habe. "Ohne Opposition keine Kontrolle", meint Krojer. Die Affäre rund um die Bank Burgenland sei nur ein Beispiel von vielen für das "gegenseitige Beschützen" der Parteifunktionären. Wiederholt haben die Grünen aus diesem Anlass die Einrichtung eines Landesrechnungshofes gefordert.

Weitere Anliegen betreffen die Bereiche Verkehrspolitik oder effektivere Umweltschutzpolitik. Dabei könnten die Grünen nach einem Einzug in den Landtag eine wichtige Rolle spielen. Doch auch bei der Wahl des Landeshauptmanns hätten sie dann mitzureden, betont Krojer.

Mit Spekulationen zu künftigen Koalitionen in diesem Zusammenhang hält sie sich zurück, auch wenn eine Zusammenarbeit zwischen ÖVP und FPÖ vorstellbar wäre. Denn die ÖVP könne den Landeshauptmann nur mit Hilfe der FPÖ stellen. Für die Grünen, die sonst zu Gesprächen mit allen Seiten bereit sind, ist allerdings eines klar: "Wir schließen jede Zusammenarbeit mit dieser FPÖ, wie sie sich jetzt darstellt, aus."

Was das eigene Wahlziel betrifft, formuliert Krojer vorsichtig. Mit fünf Prozent der Stimmen wären bei den letzten Wahlen "zwei gut abgesicherte Mandate drinnen". Dieses Mal könnte der Einzug in den Landtag tatsächlich klappen. Voraussetzung dafür ist die Unterstützung der Bevölkerung, betont Krojer abermals. Nun sei der Wähler am Zug.