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Tabellenführer wechsle dich

Von Christian Mayr

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Die österreichische Bundesliga hat ein wahrlich schweres Jahrzehnt hinter sich -mit vielen Pleiten, Pech, Pannen und Skandalen. Meist abseits des Platzes, aber nicht nur. Sportlich krankte die Alpenliga vor allem an der fehlenden Spannung, die in früheren mageren Jahren das Salz in der Suppe des Spielbetriebs war. Der Rekord des frühesten Titelgewinns von Salzburg in der Saison 2013/14 (der acht Spiele vor Schluss schon fixiert ward) und der Punkterekord der Wiener Austria unter Trainer Peter Stöger (82 Zähler) eine Spielzeit davor seien exemplarisch erwähnt. Wenn es Spannung gab - und diese meist bis zum letzten Spieltag -, dann in der unteren Tabellenhälfte. Das Herzschlagfinale im Mai 2013, als von vier gefährdeten Klubs der SV Mattersburg den Gang in die Zweitklassigkeit antreten musste, ist dabei in die Annalen eingegangen. Doch heuer ist zwischen Schnabelholz (Altach) und Pappelstadion (Mattersburg) plötzlich alles anders. Nicht weniger als vier verschiedene Tabellenführer und fünf Führungswechsel sah man in den 14 Runden der heurigen Saison schon - gäbe es dafür eine Statistik, wäre es wohl ein Rekord. Zumindest in der seit zehn Jahren währenden Red-Bull-Ära. War Rapid in den ersten sieben Runden tonangebend (gemeinsame Spitzenposition mit der Austria nach dem zweiten Spieltag), so folgte mit der Europacup-Doppelbelastung der Einbruch der Grün-Weißen, was zunächst von der Admira (8.Runde), später von Salzburg (12./13. Runde) und nunmehr von der Austria ausgenutzt wurde. Tu felix Austria, kann man da nur sagen und gar nicht neidisch nach Deutschland blicken. Nach dem furiosen Start der Bayern kann man in München - trotz des ersten Punkteverlusts in Runde elf - schon über die Wahl des Meistersekts nachdenken.