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Die Frauenbeschäftigungsquote in Österreich ist seit 1995 um fast vier Prozentpunkte angestiegen: Im Jahr 2003 waren laut Eurostat 62,8 Prozent der Frauen zwischen 15 und 64 berufstätig. Allerdings ist der Anstieg ausschließlich auf Teilzeitbeschäftigung zurückzuführen. Auf Vollzeitäquivalente umgerechnet ergibt sich ein Rückgang der Frauenbeschäftigung - von 53,4 Prozent Mitte der 90er Jahre auf 51,7 Prozent 2003.
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In Österreich arbeiten laut Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung bereits 40 Prozent der erwerbstätigen Frauen in Teilzeit. Der Beschäftigungsrekord sei eben darauf zurück zu führen, dass es so viele Teilzeitjobs gibt, von denen man aber keinen Lebensunterhalt bestreiten könne, erklärte SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl gegenüber der "Wiener Zeitung". Im Handel werden zu einem überwiegenden Teil nur noch Teilzeitarbeitsplätze angeboten. Was während der Kindererziehungsphase und beim Wiedereinstieg ein Vorteil sei, entpuppe sich vor allem im Alter als "Armutsfalle", warnte Kuntzl davor, den Teilzeitsektor im Billiglohnbereich auszubauen.
Auch die Arbeiterkammer fordert mehr Teilzeitjobs im qualifizierten Bereich. Teilzeit sei nicht nur aufgrund der Arbeitszeit mit einem nicht existenzsichernden Einkommen verbunden, sondern auch deshalb, weil diese Jobs vor allem im Niedriglohnbereich angesiedelt seien. Alarmierend sei nämlich, dass Teilzeit derzeit häufig mit Dequalifizierung verbunden sei, sagte AK-Expertin Ingrid Moritz.
ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Renate Csörgits fordert die Schaffung von Vollzeitarbeitsplätzen für Frauen, aber auch Qualifizierungsoffensiven für Wiedereinsteigerinnen und mehr Kinderbetreuungseinrichtungen. Dazu starten die ÖGB-Frauen heute ihre bundesweite Kampagne "Ganzer Lohn statt halber Sachen". "Auch im 21. Jahrhundert ist die Einkommensschere noch nicht geschlossen", empörte sich Csörgits gestern in einer Pressekonferenz. Schon beim Berufseinstieg würden Frauen um 18 Prozent weniger verdienen als Männer. Im Laufe des Berufslebens wachse der Einkommensunterschied auf 40 Prozent an. Das durchschnittliche Jahreseinkommen von Frauen lag im Jahr 2003 bei 15.380 Euro, jenes der Männer bei 25.830 Euro. Ein wesentlicher Grund dafür liegt in der Babypause, aber auch am hohen Anteil von Frauen in Teilzeitjobs. "Das holen Frauen nie wieder auf", warnt Csörgits.
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