Zum Hauptinhalt springen

Telematik-Absolventen mit guten Berufsaussichten

Von Erika Bettstein

Wirtschaft

Die Technische Universität (TU) Graz bietet mit ihrem Telematik-Studium jene Ausbildung an, die Studierende zu "IT-Generalisten" macht. "Telematik kann man durchaus als das Informations-Technologie-Studium par excellence bezeichnen. Während der Ruf nach ausländischen IT-Fachleuten immer lauter wird, bilden wir an der TU Graz Telematiker aus, die als IT-Manager beste Berufsaussichten haben und von der Wirtschaft mit offenen Armen aufgenommen werden", erklärten der Rektor der TU Graz, o. Univ.-Prof. Erich Hödl, und der Leiter der Studienkommission, o. Univ.- Prof. Franz Leberl, bei einem Pressegespräch in Graz. Schon in Kürze wird der tausendste | Telematik-Absolvent die TU Graz verlassen.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 24 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

"Grundsätzlich ist die Telematik (Telekommunikation und Informatik) in der komplexen Welt der Computertechnologie zur Leittechnologie unseres Zeitalters entwickelt worden. Theoretisch gesehen bedeutet Telematik das Modellieren, Entwerfen, Implementieren und Beurteilen komplexer Hard- und Softwaresystem im Bereiche der Informationstechnologie und Telekommunikation", sagten die beiden Wissenschaftler.

Auch Vorbereitung zum Management

In Graz habe man das Telematik-Studium so konzipiert, dass die Studierenden nicht nur ein fundiertes Fachwissen erhalten, sondern vielmehr auch auf Führungsaufgaben in der Wirtschaft vorbereitet würden, erklärte Leberl. Nach dem Motto "Mehr Breite - Tiefe später" sei das Telematik- Studium in Graz zu etwa gleichen Teilen in drei Bereiche aufgeteilt: Informatik, Informationstechnik und technisch-naturwissenschaftliche Grundlagen wie Physik, Mathematik, u.a.. Darüber hinaus gibt es ein Angebot zur Entwicklung von so genannten "Soft skills" - wie etwa in den Bereichen Humanverhalten, Ethik, gesellschaftliche Aspekte, Team- und Führungsdenken. Österreich benötige mehr und vor allem jüngere AkademikerInnen, erklärten Hödl und Leberl. Im internationalen Vergleich liege Österreich bei der Zahl der Uni-Absolventen im unteren Bereich - auch seien die frisch gebackenen AkademikerInnen im internationalen Vergleich zu alt. JungakademikerInnen sollten in der Regel durchschnittlich etwa 22 bis 23 Jahre alt sein - und nicht wie in Österreich um die 25 Jahre. Um den Erwartungen - vor allem seitens der Wirtschaft - künftig besser entsprechen zu können, wird ab dem kommenden Herbstsemester an der TU Graz das so genannte "Bakkalaureat" eingeführt. Dies ermöglicht den Abschluss eines akademischen Studiums bereits nach drei Jahren mit dem Bakkalaureus/der Bakkalaurea der technischen Wissenschaft (kurz: Bakk. techn.) Nach fünf Jahren Studium winkt ein "Master" (Dipl.Ing. oder DI). Das neue Studienprogramm sei so konzipiert, dass es im Regelfall jedem Ganztagsstudierenden gelingen kann, ein Bakkalaureat auch zeitgerecht abzuschließen.

Mehr AHS-Absolventen und Frauen

Die Zahl der Erstimmatrikulierenden an der Telematik habe sich in den vergangenen Jahren stetig nach oben entwickelt: von 135 Neustudierenden 1996 auf 240 im vergangenen Jahr. Man könne aber nicht abschätzen, wie sich die neu eingeführte Studiengebühr auf die Zahl der Studierenden auswirken werde. Deshalb wolle man, wie Hödl und Leberl betonten, künftig "offensiver" nach neuen StudentInnen suchen. Derzeit würden rund 70% der Studierenden von der HTL kommen. Gerade die Ausbildung zum "IT-Generalist" komme AHS-AbgängerInnen ideal entgegen, weshalb man auch um diese Gruppe verstärkt werben wolle. Eine gute Chance eröffne sich auch für Frauen: "In unserer Konzeption einer Ausbildung für IT-Führungsaufgaben bieten sich AHS-AbsolventInnen hervorragend an. Was Frauen in technischen Studien betrifft, müssen wir versuchen, Barrieren und Hemmschwellen zu beseitigen", erklärte Leberl. Erfahrungen hätten gezeigt, dass sich Frauen sowohl in technischen Studien wie auch in technischen Führungsaufgaben gut profiliert hätten. Bei einem "Tag der Offenen Tür" am 20. September wolle man versuchen, mehr "Lust auf Telematik" zu wecken. Dass sich damit exzellente Berufsaussichten eröffnen, betonte auch Johannes Meleschnig vom Telematik-Ingenieur-Verband (http://www.tiv.tu-graz.ac.at) an der TU Graz. Der Bedarf in der Wirtschaft sei "enorm".