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Immer mehr Experten sind überzeugt, dass ideologische und sogar operative Kontakte zwischen Rechts- und Linksfaschisten immer häufiger werden.
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Im Schatten rechtsfaschistischer Attentate melden sich auch die linksextremen Terroristen. Zuerst erhielt der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann in Frankfurt eine Briefbombe, kaum zwei Tage später erreichte eine den Chef der römischen Steuereinzugsgesellschaft Equitalia. Beide Absender gehörten der linksfaschistischen italienischen FAI-Gruppe an. Seit 2003 versenden die FAI-Aktivisten in regelmäßigen Abständen ihre Briefbomben, so auch an die Botschaften Chiles und der Schweiz in Rom. Deutsche Linksfaschisten protestierten jüngst auch mit Brandsätzen entlang der Berliner Bahnstrecke und sogar direkt auf dem Hauptbahnhof gegen den deutschen Afghanistan-Einsatz, verletzt wurde bisher niemand.
Die ideologisch friedliche Schiene von Linksliberalen zu Linkssozialisten und weiter zu Altkommunisten bis Stalinisten und Trotzkisten mündet inhaltlich geradlinig im Terrornetz der Linksfaschisten. Die gesamte ideologische Linie beherrscht ein Begriff: "Freiheit". Am Ende wird Freiheit nur noch anarchistisch-absolut erlebt; so auch von der Linksfaschistin Inge Viett, die für die Entführung des Berliner CDU-Abgeordneten Peter Lorenz und die versuchte Tötung eines Polizisten lange in Haft saß. "Nie war ich freier als in dem Zustand völliger Abnabelung von der staatlichen Autorität. Kein Gesetz bestimmte mehr mein Verhältnis zur Welt", erklärte sie im Rahmen einer großen Linksterrorismus-Studie der Uni Göttingen. Diese untersuchte vor allem das "Leben im Untergrund" und den "Übergang in die Illegalität" der echten und potenziellen Täter. Dabei zeigte sich die Ähnlichkeit zwischen Rechts- und Linksfaschismus: "Ich"- und "Du"-Betrachtungen verschwinden vollends, es gibt nur noch ideologisiertes "Wir" (die "Guten") und "Ihr" (die "Bösen" - Juden, Zigeuner und Ausländer auf der rechten Seite und Kapitalisten-Globalisierer auf der linken Seite).
Einzelne linksfaschistische Gruppen hatten unterschiedlichen Methoden: "Ich war nur Mitglied der Revolutionären Zelle, ein legaler Guerilla. Im Gegensatz zu RAF und 2. Juni, die das In-den-Untergrund-Gehen zum Vater unser erhoben hatten, wurde in der RZ davon überhaupt nichts gehalten", so der einstige Terrorist Hans-Joachim Klein in einer schriftlichen Stellungnahme 1979. Auch harte Auseinandersetzungen zwischen dem Anwalt Horst Mahler, der sich vom Links- zum Rechtsfaschisten wandelte, und Ulrike Meinhof über die "Stadtguerillas" zeigen die Zerrissenheit. Die RAF-Kommissarin Irmgard Müller, eine Vertreterin der Illegalität, polemisierte gern gegen legale RZ-Gruppen: "Wollt ihr gegen Machtzentren vorgehen oder lieber für einen Kinderladen kämpfen?"
Die Studie aus Göttingen zeigt auch die Lethargie der Aussteiger: "Ich bekam die Verlogenheit zu spüren und somit meine eigene Verranntheit und Verblendung", so Klein. Im Gegensatz zu den Rechten sind die Linken von der absoluten Gleichheit der Menschen und der Vorherrschaft der Vernunft überzeugt. Sie berufen sich gern auf die Aufklärung französischer Prägung. Unter diesem ideologischen Mantel unterwandern sie oppositionelle Organisationen und Aktionen, vor allem die Proteste anlässlich der Wirtschaftsgipfel.

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