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Terrorverdächtige verhaftet

Von WZ Online

Europaarchiv

Laut Staatsanwaltschaft möglicherweise Anschlag in Belgien geplant. | Wien/Brüssel. Bei Anti-Terror-Razzien in Belgien, den Niederlanden und Deutschland sind nach Angaben der belgischen Staatsanwaltschaft am Dienstag insgesamt 25 Verdächtige festgenommen worden.


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Ihnen werde vorgeworfen, einen möglichen Anschlag in Belgien geplant zu haben, hieß es in Brüssel. Meldungen, wonach es auch in Österreich Festnahmen und Hausdurchsuchungen gegeben habe, wurden vom Innenministerium dementiert.

Einige der Festgenommenen stehen im Verdacht, radikalislamische Kämpfer für Einsätze in Afghanistan und im Irak angeworben und dorthin geschickt zu haben. Aus den Niederlanden verlautete, die Festnahmen stünden nicht in Zusammenhang mit den jüngsten Warnungen wegen eines Terroranschlags in Deutschland. Bei den Einsätzen am Dienstag wurden mehrere Wohnungen durchsucht, wie die belgische Staatsanwaltschaft weiter mitteilte. Außerdem sollen Verdächtige als mutmaßliche Anwerber für eine angebliche tschetschenische Terrororganisation aktiv sein.

Die niederländische Staatsanwaltschaft erklärte, auf ein Gesuch der belgischen Behörden hin seien drei Männer im Alter von 25, 26, und 28 Jahren in Amsterdam festgenommen worden. Sie werden demnach verdächtigt, in den internationalen Terrorismus verwickelt zu sein. Nach Behördenangaben beantragte Belgien ihre Auslieferung. Weitere Verdächtige seien in Belgien, Deutschland und Österreich aufgegriffen worden. Dies wurde vom Sprecher des Innenministeriums, Rudolf Gollia, in Abrede gestellt.

Eine Sprecherin des Nationalen Koordinators für Terrorismusbekämpfung in den Niederlanden sagte der Nachrichtenagentur AP in einem Telefoninterview, zwischen den Festnahmen und der Sorge vor einem Anschlag in der Bundesrepublik bestehe kein Zusammenhang. Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière hatte in den vergangenen Tagen verstärkt vor Terroranschlägen in Deutschland gewarnt.

Ermittlungen seit 2009

Die Festgenommenen mit belgischer, niederländischer, marokkanischer und russischer Staatsangehörigkeit hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch kein Anschlagsziel in Belgien festgelegt. Die Ermittlungen hatten bereits Ende 2009 begonnen, als die Polizei Informationen über Anschlagspläne eines jungen Marokkaners erhielt. Bei den Ermittlungen hätten sich dann Hinweise auf ein Netz von "Jihadisten" ergeben.

Verhaftungen auch in Brüssel

Belgische Sicherheitskräfte haben im Rahmen einer weiteren Terrorfahndung mehrere Häuser in Brüssel durchsucht und rund 20 Menschen festgenommen. Einigen der Festgenommenen wird vorgeworfen, Nachwuchs für Terrorgruppen im Irak und Afghanistan zu rekrutieren, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Die Staatsanwaltschaft ermittle bereits seit drei Jahren bei einem Islamischen Zentrum in Brüssel.

Österreich: Ausbildung in Terrorcamps wird strafbar

Österreichern, die sich in islamistischen Terrorcamps ausbilden lassen, drohen künftig bis zu fünf Jahre Haft. Das hat der Justizausschuss des Nationalrats heute beschlossen. Der Rest des von der Regierung ans Parlament geschickten "Terrorismuspräventionsgesetzes" wurde von den Abgeordneten wegen schwerwiegender Bedenken allerdings nicht verabschiedet. (APA/dapd/dpa)

Terror-Angst als ständiger Begleiter