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Teure Schneelast für Assekuranzen

Von Sissi Eigruber

Wirtschaft

Schneedruck, Frostschäden & Co. | Generali rechnet mit Verdoppelung der Winterschäden. | Wien. Nach dem Schneechaos der vergangenen Wochen langen nun immer mehr Schadensmeldungen bei den Versicherungen ein. Die Generali, in Österreich führend im Bereich Schaden und Unfall, rechnet sogar mit doppelt so hohen Winterschäden wie im Jahr 2005.


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In den Wintermonaten des Vorjahres hatte sich die Schadenssumme aus Schneedruck, Schmelzwasser als Folge von davon sowie Frostschäden an Leitungen auf etwa 10 Mio. Euro belaufen - für das Jahr 2006 rechnet die Generali mit 20 bis 25 Mio. Euro, erklärt Generali-Schadens-Chef Erik Eybl im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Die endgültige Zahl der Versicherungsfälle hänge auch noch stark von der weiteren Wetterentwicklung ab, aber es sei "auf jeden Fall der stärkste Winter seit langem", ist Eybl überzeugt.

Melden, sobald man etwas bemerkt

Bisher sind bei der Generali 2500 Schadensmeldungen eingetroffen, bei der Allianz knapp 1400 und bei der Wiener Städtischen etwa 200. Die Uniqa wollte dazu keine Angaben machen. "Es ist schwer zu sagen, da noch nicht alle Schäden sichtbar sind. Vieles wird sich erst zeigen, wenn der Schnee weg ist". Die Zahl der Schadensfälle sowie das Volumen seien daher noch nicht absehbar, meint Werner Mayer, Direktor des Sachelementargeschäfts bei der Uniqa. Ein bestimmtes Zeitlimit für die Meldung der Schäden gibt es für die Versicherten nicht. "Die Leute haben zuerst einmal was anderes zu tun, als ihre Versicherungspolizze heraus zu suchen. Da haben wir schon Verständnis", meint Wiener Städtische-Vorstandsdirektor Peter Hagen. Wer allerdings erst fünf Monate nach dem großen Schnee melden würde, der käme doch etwas spät.

Schaden nach Möglichkeit abwenden

Ob die Assekuranzen für die Schäden aufkommen, die durch den vielen Schnee entstanden sind, hängt davon ab, ob in der abgeschlossenen Versicherung eine Sturmschadenversicherung enthalten ist, denn sie deckt nicht nur Sturm-, sondern auch die Schneeschäden ab. Dabei sind Private offensichtlich häufiger geschützt als Betriebe. "Die Sturmschadenversicherung ist in jeder zeitgemäßen Eigenheimversicherung enthalten, nicht jedoch in jeder gewerblichen Versicherung", erläutert Gerhard Bernhard, Leiter der Schadensabteilung bei der Allianz. Betriebliche Versicherungsnehmer würden genau abwägen, welche Risiken sie versichert haben wollen und welche nicht. "Da kann es schon vorkommen, dass ein Gewerbeobjekt zwar gegen Feuer, aber nicht gegen Sturm versichert ist", so Bernhard.

Mit einem Kostenersatz für die entstandenen Schäden, wie etwa kaputte Dächer, kann der Versicherte grundsätzlich nur dann rechnen, wenn er versucht hat, den Schaden abzuwenden. Sonst liegt eine so genannte "Obliegenheitsverletzung" vor. "Auch wenn man eine Versicherung hat, muss man die selbe Sorgfalt anwenden, wie wenn man keine Versicherung hat", bringt Eybl von der Generali die Sache auf den Punkt. Wobei in Anbetracht der ungewöhnlichen Schneemassen, insbesondere in den bekannten Krisengebiete, wie z.B. Bad Ischl, sicher kein überzogener Nachweis nötig sein wird, heißt es unisono. "Es gibt sicher keine Verpflichtung, dass sich jemand auf das Dach hinauswagt und sein Leben riskiert", betont Mayer von der Uniqa.

Die Städtische hat in einer Aussendung explizit mitgeteilt, dass der Versicherungsschutz auch besteht, wenn das Dach nicht rechtzeitig abgeschaufelt wurde.