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Teurer Sprit trieb die Inflationsrate auf 2,1%

Von Helmut Dité

Wirtschaft

Die hohen Treibstoffpreise haben die Inflationsrate in Österreich im Mai auf 2,1% getrieben. Das ist der höchste Stand seit August 2002. Im April hatte die Jahres-Teuerung noch 1,6% betragen. Die seit Mai 2003 um 14% verteuerten Kraftstoffe allein bewirkten ein Sechstel der Inflationsrate - die Autofahrerklubs und die Arbeiterkammer urgierten darauf erneut die Erhöhung des Kilometergeldes. Auch in der Euro-Zone stieg die Inflationsrate auf 2,5% - und damit auf ein Zweijahreshoch.


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Die Statistik Austria konstatiert für Mai nun auch eine "allgemein gestiegene Hintergrundinflation", nachdem im Jahresabstand erstmals in keiner der 12 Hauptgruppen eine Preissenkung mehr registriert wurde. Eine Ausnahme ist hier die relativ kleine Gruppe Nachrichtenübermittlung (im Schnitt minus 1,3%), in der etwa Mobiltelefone um 21% billiger wurden, Komforttelefone um 10% und Gesprächsgebühren im Festnetz um 3%.

In der Hauptgruppe "Verschiedene Waren und Dienstleistungen", die im Schnitt um 2,9% Jahresrate anzog, verteuerten sich Finanzdienstleistungen um 7%, Dienstleistungen zum Sozialschutz und Friseure um jeweils 4%. An dritter Stelle lagen mit jeweils 2,6% "Restaurants und Hotels" sowie "alkoholische Getränke und Tabakwaren".

In der Eurozone ist die Inflationsrate im Mai - ebenfalls hauptsächlich wegen der Energiekosten - auf 2,5% gestiegen - die höchste Teuerungsrate seit dem März 2002. Im April 2004 hatte Eurostat die Rate noch mit 2,0% errechnet.

Angesichts des starken Kostenanstiegs für Autofahrer haben die Autofahrerklubs ÖAMTC und ARBÖ sowie die Arbeiterkammer (AK) am Mittwoch die aus ihrer Sicht längst überfällige Erhöhung des amtlichen Kilometergeldes um 4,5 Cent urgiert. Seit 1997 ist das Kilometergeld mit 36 Cent pro gefahrenem Kilometer unverändert.

Neben dem Kilometergeld sollten auch die Pendlerpauschalen angehoben werden, nachdem die Autokosten um ungewöhnlich starke 4,3% hinaufgeschnellt seien - gegenüber 2,1% beim allgemeinen Verbraucherpreisindex (VPI) -, hieß es. Während der allgemeine VPI seit dem Basisjahr 2000 um 7,9% zugelegt habe, seien es beim Pkw-Kosten-Index 9,7% gewesen, rechnete der ÖAMTC vor.

Benzin in Österreich war zu Wochenbeginn vor Steuern fast um 4 Cent teurer als im EU-Durchschnitt, zitiert die AK einen Bericht der EU - und verlangt eine Branchenuntersuchung des österreichischen Benzinmarktes.