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"Teuroeffekt" lässt sich in der Statistik nicht nachweisen

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Die österreichische Inflationsrate ist 2002 von 2,7 auf 1,8% gesunken. Ein "Teuroeffekt" lässt sich in einem solchen Durchschnittswert nicht nachweisen. Die Statistiker bestätigen: Manche Preise sind zwar sprunghaft angestiegen, das wurde jedoch durch sinkende Preise wieder wettgemacht.


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Die Einführung des Euro habe in manchen Bereichen zu massiven Preissprüngen geführt, in der Inflationsrate können ihn die Experten nicht ausmachen. Der "Teuroeffekt" sei in einem Durchschnittswert wie dem Verbraucherpreisindex - der VPI betrug im Vorjahr 104,5 - nur schlecht darstellbar, erklärte gestern Statistik Austria-Direktor Ewald Kutzenberger. "Der Durchschnitt ist der schlechteste Wert in der Statistik, weil er alles verschleiert".

Unterschiedliche Preisentwicklunge gab es bei Gütern des täglichen und mittelfristigen Bedarfs. Während erstere mit 2% Teuerung über der Inflationsrate liegen, kam es bei zweiteren teilweise sogar zu Verbilligungen. Stark gestiegen sind die Preise (um 3%) in der Gastronomie und bei Hotels. Ein Trend, der in den letzten zehn Jahren zu beobachten war. "Hier stiegen die Preise immer stärker als im Durchschnitt", erklärt Paul Haschka, Leiter der Volkswirtschaft in der Statistik Austria. Im Warenkorb fänden sich allerdings nur günstige und mittelpreisige Restaurants, die Nobellokale wurden nicht berücksichtigt. Die Bildung verteuerte sich aufgrund der Studiengebühren um 21,9%. Ein Preissprung von plus 3% sticht bei Reparaturen und und Tickets für den öffentlichen Verkehr hervor. Empfindlich teurer (+5,6%) wurden Pauschalreisen, der Friseurbesuch (+4,6%) aber auch Freizeit- und Sportdienstleitungen (+ 4%). Die größten "Ausreißer" nach oben sind Heimhilfe (+36%) und Tennisrackets (+26%). Während der Strompreis sank (minus 3%), stieg die Grundgebühr merklich. Ausreißer nach unten sind EDV-Geräte mit minus 25,5%. Kfz-Steuern, Autobahnvignette und Zigaretten liegen leicht über dem VPI. Die Treibstoffpreise sanken dafür um 3%. Relativ günstig entwickelten sich Ausgaben fürs Wohnen. Die Mieten lagen mit plus 1,8% im Durchschnitt, darunter befindet wich die Wasserversorgung (+ 0,3%) und Abwasserbeseitigung (+1,4%). Haschka erwartet alledings fürs nächste Jahr bei Mieten einen stärkeren Preisanstieg. Im Dezember 2002 gab es gegenüber dem Vormonat die eklatanteste Teuerung bei Flugpauschalreisen (+15%) und bei Nächtigungen (+11,9%).