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Thema verfehlt

Von Christina Köppl

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Es klang verlockend: Die TV-Sendung "Offen gesagt" sollte sich mit "Kirche und Sexualität" befassen. ORF 2 bot Sonntagabend jedoch eine missglückte Diskussion.

Schon der Einstieg in die Gesprächsrunde stand unter einem ungünstigen Stern: durch die Live-Schaltung zu Andreas Pfeifer, der über die jüngste angebliche Stellungnahme des Vatikans zur Causa Krenn berichtete. Damit nahm die Misere ihren Lauf, denn das ursprüngliche Thema wurde zu einer abgedroschenen Krenn-Diskussion.

Eher hilflose Versuche von Moderator und Diskussionsteilnehmern, wie Pater Udo Fischer oder Priester und Psychotherapeut Arnold Mettnitzer, die Auseinandersetzung in eine andere Richtung zu drängen, wurden vom doktrinären Volksanwalt Ewald Stadler, einem Mitglied der "Priesterbruderschaft Pius X.", durch beißend vorgetragene Argumente im Keim erstickt. Ich nehme an, dass viele Zuseher wie ich angesichts des selbsternannten Generalanwalts der konservativen Kirche an Kirchenaustritt dachten: Stadlers rüder Ton war an Intoleranz nicht zu überbieten. Enttäuschend auch, dass kein geistlicher Vertreter der offiziellen Kirche da war.

Einzig wohltuend die zum Nachdenken animierenden Worte Mettnitzers. Er versuchte, dem verfehlten Diskussionsverlauf Impulse zu geben, scheiterte aber.

Offen gesagt blieb mir nach dieser enttäuschenden Gesprächsrunde nur der Wunsch nach einer weiteren Diskussion: mit einer qualifizierteren Besetzung, die tatsächlich das genannte Thema anspricht und nicht eine System- und Personaldiskussion führt.