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Therme Oberlaa: Erst mageres Plus zu früher

Von Christian Mayr

Politik

Eine Million Besucher seit Herbst 2010, aber Zuwächse halten sich in Grenzen.


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Wien. Zeit zum Feiern ist angesagt in der Therme-Wien in Oberlaa: Wenn heute, Mittwoch, der einmillionste Besucher begrüßt wird, dürfte der große Erfolg des 115 Millionen Euro teuren Neubaus beschworen werden. Schon im Vorfeld hieß es vonseiten der Betreiber, dass die neue Therme "vom Publikum nahezu gestürmt" wird. Bei genauerer Analyse zeigt sich jedoch, dass der Zuwachs gegenüber der alten Therme noch eher mager ausfällt und viel Potenzial nach oben besteht.

Denn die alte Thermenanlage verzeichnete pro Jahr im Schnitt immerhin 700.000 Besucher; laut Therme-Wien-Geschäftsführer Edmund Friedl kamen in den Neubau im ersten vollen Betriebsjahr 2011 insgesamt 750.000 Besucher (der Betrieb startete im September 2010). Wie berichtet, wurde in dem neuen Projekt nicht nur die Wasserfläche verdoppelt, sondern auch das ganze Gestaltungskonzept modernisiert.

Friedl zeigt sich gegenüber der "Wiener Zeitung" aber über die Besucherzahlen erfreut: "Damit sind wir sogar über Plan. Immerhin hatten wir ein halbes Jahr lang noch Bauzeit an den Außenanlagen." Für den Business-Plan sei für 2015 eine Zielgröße von rund 900.000 Besuchern definiert worden - danach soll das Gemeinschaftsinvestment von Stadt Wien und Vamed positiv bilanzieren.

Allerdings wurden bei der Projektpräsentation im Jahr 2006 noch ganz andere Zahlen genannt: Ex-Finanzstadtrat Sepp Rieder erwartete sich langfristig sogar 1,9 Millionen Besucher pro Jahr - und dass Oberlaa die Therme Loipersdorf als Österreichs Nummer 1 ablöst. "Da kann er nur den gesamten Standort Oberlaa gemeint haben, denn so viele Besucher gehen gar nicht in die Therme hinein", interpretiert Friedl. Rechnet man den Kurbereich (Therme-Wien-Med) dazu, wurde zumindest schon die Millionengrenze knapp gesprengt.

Weitere Projekte offen

Zwei weitere Oberlaa-Projekte lassen jedoch auf sich warten und fehlen als Frequenzbringer: Die Sport-Erlebniswelt "Life" ist ebenso offen wie das geplante Thermen-Hotel, wo im Vorjahr Mirko Kovats abgesprungen ist.

Das Ziel, Loipersdorf zu überflügeln, wurde indes schon erreicht: Dort kamen im Vorjahr nur 580.000 Thermen-Gäste.