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Westungarn, Nordslowenien, die Steiermark und das Burgenland haben viel gemeinsam. Unter anderem eine Bodenbeschaffenheit, die geradezu ideal für die Entstehung von Thermalquellen war. Heute boomt der Thermentourismus in der Region, dank stetig wachsender Nachfrage werden auch Angebot - und Konkurrenz - immer größer.
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Ganz aktuell steht der Hotelkonzern Radisson SAS vor dem Start seines erstes Golf & Wellness Resorts in Ungarn. In Bad Bük, nur eineinhalb Autostunden von Wien (und Bratislava) entfernt, wird Ende 2003 das "Radisson SAS Birdland Resort" eröffnet, ein Golf- und Thermenhotel der Top-Klasse mit 210 Zimmern - eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz für die Spitzen-Thermenhotels in Österreich (Bad Tatzmannsdorf, Bad Waltersdorf oder Blumau), aber auch in Ungarn (etwa Rogner in Bad Héviz).
"Unser Ziel ist es, das führende Golf- und Wellness Resort in Ungarn und eines der besten in Zentraleuropa zu werden" konkretisiert Karl Heinz Mingler, aus Österreich stammender General Manager des Radisson Birdland Resorts, seine hoch gesteckten Ziele. Mit der Kombination von Wellness, Golf und modernsten Incentive- und Konferenz-Einrichtungen könne dies erreicht werden.
Das Angebot für anspruchsvolle Wellness-Suchende in der Region wird damit erneut erweitert. Hotelketten wie Tourismusorganisationen haben die Chance in dem Segment schon seit längerem erkannt und reagieren auf die stetig wachsende Nachfrage mit immer neuen Projekten. In der Steiermark sind etwa zwei weitere Thermenerschließungen geplant (Projekte Köflach und Gabelhofen), und auch im Burgenland sind diverse Machbarkeitsstudien im Gespräch. Die 14 Seewinkelgemeinden etwa träumen von einer Therme bis spätestens 2006 (dem letzten Jahr des Burgenlands als Ziel-1-Gebiet, Anm.), die eine Chance wäre, Gäste über die Hauptsaison hinaus anzuziehen. Ähnlich wie ein angedachtes Wellness-Zentrum rund um Eisenstadt stößt auch diese Idee nicht nur auf Zustimmung. Einmal verwirklicht, könnten solche Projekte der Therme Lutzmannsburg nicht nur Gäste kosten, sondern auch ihr wirtschaftliches Überleben gefährden, meinen die Projektgegner.
Österreich gilt laut einer Studie heute schon als eine der drei führenden europäischen Wellness-Destinationen - gemeinsam mit Spanien und Italien (Quelle: Tourismus-Consultant IPK), aber auch Ungarn holt auf. Im Nachbarland gibt es eine fast 2.000 Jahre alte Thermen-Tradition, in vielen ungarischen Thermalorten herrscht ein regelrechter Bau-Boom. Die Regierung weiß um den wichtigen Devisenbringer Tourismus und unterstützt Investitionen relativ großzügig. Historische Anlagen werden modernisiert, auf Wellness-, Beauty- und Fitness "getrimmt" (etwa Sárvár), dazu kommen Hotels im Top-Segment.
Österreichische wie ungarische Betreiber wissen um den Wert des Thermengasts. Dieser steigt vorzugsweise in Vier- und Fünfsternhotels ab und kommt das ganze Jahr hindurch (nicht nur zur Hauptsaison!). Pro Tag gibt er durchschnittlich 96 Euro in der Region aus, um 22 Euro mehr als "gewöhnliche" Urlauber, und ist damit erfreulich spendabel.
Das wachsende Angebot bringt nicht nur Konkurrenz, sondern auch Kooperationsmöglichkeiten mit sich. So gibt es etwa seit Herbst 2002 das "European Wellness Project (EWP)", ein gemeinsames Marketingprojekt im Dreiländereck Österreich-Ungarn-Slowenien. Mit 7 Mill. Euro dotiert und Interreg-kofinanziert, soll es dazu beitragen, die Region international zu positionieren. Im Auge haben die Tourismus-Dachorganisationen des Burgenlandes, der Steiermark, Nordsloweniens und Westungarns vor allem die Märkte in Deutschland, in der Schweiz, in Norditalien und Großbritannien. Budgetmäßig wird geteilt, dazu kommt ein Eigenfinanzierungsanteil. Ein Drittel der Gelder ist für Qualitätssicherung, Qualifizierungsmaßnahmen und Angebotsentwicklung gedacht. Als eine weitere Initiative wird sogar an eine gemeinsame Eintrittskarte für alle Thermen gedacht.
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