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Das attraktivste an der Münchener HVB ist ihre attraktive österreichische Tochter BA-CA, die vor allem durch ihr einträgliches Osteuropa-Geschäft in der HVB-Group hervorsticht. Von Experten wird das boomende Osteuropa-Geschäft der BA-CA als eigentlicher Grund für die Übernahme der HVB gesehen. Die Italiener haben am Montag verkündet, dass das Osteuropa-Geschäft auch künftig von Wien gemanagt wird, in welcher Form ist aber noch nicht klar.
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Durch das Zusammengehen von UniCredit und HVB entsteht in Osteuropa ein neuer Bankenriese. Er wird laut Eigendefinition der Deutschen und Italiener Marktführer in Zentral- und Osteuropa, doppelt so groß, wie der zweitgrößte Wettbewerber.
Derzeit werden aus Wien elf Länder (Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Mazedonien, Bulgarien und Rumänien) betreut, zu diesen kommen weitere sechs (Russland, Ukraine, Türkei und die drei baltischen Staaten) dazu.
Das Osteuropa-Geschäft dürfte auch in Zukunft von Wien aus gemanagt werden. Ungewiss ist allerdings, ob neben der BA-CA ein zweites Unternehmen, die Ostholding, in Wien angesiedelt wird, ließ UniCredit-Chef Alessandro Profumo am Montag in München durchblicken.
Völlig unklar ist noch, wie stark die BA-CA vom Mailänder Konzern aus bestimmt werden wird. Wie lange Wien das Ostgeschäft in der Hand halten wird, gilt ebenfalls als offen. Experten erwarten, dass die Italiener früher oder später das einträgliche Geschäft selbst übernehmen und nicht auf ewig den Österreichern überlassen wollen.
Fest steht jedenfalls, dass sich das derzeitige Reich von BA-CA-Chef Erich Hampel um sechs Länder, sowie zahlreiche zusätzliche Niederlassungen erweitern wird. Doch trotz allem könnten seine Mitsprachemöglichkeiten sinken, denn die Italiener sind schon jetzt sehr erfolgreich in Osteuropa aufgestellt und gut organisiert. Außerdem ist die UniCredit eine stärkere Mutter als es die marode HVB je war.
Stellenabbau droht in Polen, Kroatien und Bulgarien
Auch droht durch die Fusion der beiden Bankengruppen ein Stellenabbau. 9.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr, davon der Großteil in Osteuropa. Vor allem im von beiden heiß umworbenen Markt Polen könnte es für künftige UniCredit-HVB-Mitarbeiter eng werden. Denn dort ist die UniCredit bereits mit der Pekao Nummer zwei. Die HVB alias BA-CA mit der Bank BPH folgt auf Platz drei. Die Italiener verfügen über 784 Filialen, die Deutschen via Österreich über 470. "Dort kann es zu Zusammenlegungen und Personalabbau kommen," geben BA-CA-Experten zu bedenken. Ähnliches, allerdings in abgemilderter Form, stünde in Kroatien bevor. Die UniCredit ist mit der Zagrebacka Banka und deren 187 Filialen die Nummer eins. Die BA-CA managt für die HVB 111 Filialen und schafft mit der HVB Splitska Banka Platz fünf.
Gefährdet sind auch Bankjobs in Bulgarien. Dort ist die HVB-Bank Biochim mit 223 Zweigstellen zur Nummer drei aufgerückt, die UniCredit verfügt mit der Bulbank über 94 Dependancen.
Das Problem in diesen Ländern: Gemäß der kartellrechtlichen Auflagen darf ein bestimmter Marktanteil nicht überschritten werden. Daher muss der neue Bankenriese also damit rechnen, sich von Teilen seines Filialnetzes - zumindest in jenen Ländern, wo die Konzentration zu hoch ist - zu trennen.
Osteuropa-Kompetenz als zweischneidiges Schwert
Für den Bankexperten des Wifo, Franz Hahn, ist die Ostkompetenz in den Händen der BA-CA ein zweischneidiges Schwert. "Auch die BA-CA wird für die Umstrukturierung ihres Inlandsgeschäftes und Verschlankung ihrer Strukturen die überdurchschnittlichen Erträge im Osten benötigen."
Denn die Muttergesellschaft UniCredit, aber auch die Sanierung der HVB in Deutschland, würden ganz von den Ertragsflüssen aus dem Ostgeschäft abhängen. "Das heißt, die BA-CA steht unter Erfolgszwang weiterhin das Ostgeschäft sehr erfolgreich zu managen und wird zum Verwalter der cash-cow dieser Großbank", so Hahn.
Zur Zeit sei die Ertragssituation in den Wachstumsmärkten in Osteuropa sehr gut, aber es seien damit auch erhebliche Risiken verbunden. Der Wifo-Experte warnt vor zu großen Hoffnungen: "Es kann sein, dass die Ertragserwartungen auf Grund veränderter Marktbedingungen in Osteuropa nicht zur Gänze erfüllt werden können."
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