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Am Donnerstag widmet sich der ORF einem in Österreich eher kühl unterspielten Thema. Wenn es nicht gerade um vermeintliche NSA-Villen oder dubiose Senderhäuschen auf Wolkenkratzern (Zum! Abhören! Natürlich!) geht, sind geheimagentliche Belange gerade einmal dann Thema, wenn Politiker ihre Nehmerqualitäten mit lustigen Geschichten rechtfertigen wollen. Nun steigt der ORF mit zwei 90-Minuten-Dokus, beginnend am Donnerstag, in das Thema ein. "Unter Verdacht" heißt die erste Folge einer neuen Schiene mit Hanno Settele, mit der man auf das "extrem ungewöhnliche" Format Langdoku setzt, wie es Fernsehdirektorin Kathrin Zechner am Montag formulierte.
Nun, ganz so extrem ungewöhnlich sind lange Dokus nun auch wieder nicht, wenn man etwa daran denkt, dass Vox jeden Samstag im Hauptabend eine stundenlange Dokumentation zu einem Thema sendet. Vor den Themenabenden auf arte oder 3sat einmal ganz abgesehen.
Doch wir wollen an dieser Stelle nicht kleinlicher sein als nötig. Immerhin ist dem ORF der Versuch anzurechnen, mit einer Doku den Hauptabend von ORFeins zu gestalten - das ist bekanntlich jener Sender, mit dem der ORF Werbegeld verdient und der daher in der Regel so exzellent getarnt ist, dass er beim Zappen durch die deutschen Privatsender gar nicht auffallen mag -womit wir fast wieder beim Thema wären. Die Doku soll die enormen Auswirkungen auf das Alltags- und Lebensgefühl zeigen, so der ORF, als kein "Wohlfühlfernsehen". Doch das ist man bei den Filmen, die sonst ORFeins bevölkern, eh nicht gewohnt.

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