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Die Wiener Tourismus-Branche und damit auch die Wirtschaft haben Grund zur Freude. Nicht nur das latente Reise-Tief nach dem 11. September 2001 scheint überwunden - auch das anhaltende Schlechtwetter hat entgegen allen medialen Unkenrufen keine Umsatzeinbußen gebracht. Im Gegenteil: Mit 3,8 Mio. Gästen verzeichnet Wien nach dem 1. Halbjahr ein RekordErgebnis, das ist ein Plus von 10,6 Prozent. Der Umsatz von 117,7 Mio. Euro ist sogar um 12,4 Prozent höher als im Vorjahr, stärkster Monat war der Juni.
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Die meisten Gäste kommen nach wie vor aus Deutschland, nämlich 901.000 (+7%) zwischen Jänner und Juni. Auch die Österreicher selbst tragen mit 714.000 (+4%) entscheidend zum guten Ergebnis bei. Und während die Nummer drei, Italien, mit 287.000 als einziges westliches Land um vier Prozent weniger Gäste brachte, rückten die USA mit 271.000 gleich um satte 25 Prozent vor.
Auf Großbritannien mit 166.000 (+15%) folgen die Japaner mit 146.000 und dem Rekord-Plus von 49 Prozent. Nach der Schweiz und Frankreich sind auch die Spanier mit 105.000 (+25%) zunehmend stark vertreten. Rückläufig sind die Zahlen aus den GUS-Ländern (-7%). "Im stärksten Monat Juni wurde erstmals die 800.000-Gäste-Schallmauer durchbrochen", bilanziert Wiens Tourismusdirektor Karl Seitlinger stolz. Im Jahresvergleich lag das Gesamt-Plus 2003 noch bei "nur" vier Prozent, 2002 gar bei plus-minus Null.
Der Wien-Gast gibt pro Tag im Schnitt 240 Euro aus, Kongress-Touristen bringen sogar das Doppelte (inklusive Kongressausgaben). Entsprechend diesem Boom hat auch die Luxus-Hotellerie heuer die höchsten Umsätze, obwohl gegenüber dem Vorjahr 1.600 Betten mehr verfügbar sind.
"So schön dieses Ergebnis auch für unsere Wirtschaft ist, dürfen wir uns nicht selbstzufrieden zurücklehnen, sondern müssen noch mehr arbeiten", wirft Wiens erfahrener Säckelwart Sepp Rieder eines aus Rücklagen um 500.000 Euro erweitertes Sonderbudget von sechs Mio. Euro für das zweite Halbjahr in die Werbe-Schlacht.
Mit 60 gezielten Veranstaltungen wie Messen in 20 Ländern, aber auch durch Kooperationen, etwa mit der AUA an asiatischen Märkten, darunter erstmals in China, mit den ÖBB in Norditalien oder mit der Tschibo-Kaffee-Kette in Polen, dem "Wiener Feinbäcker" in Deutschland oder mit "Air Berlin" via Internet.
Die östlichen Nachbarländer will man generell stärker bearbeiten; auch Wiens Ruf als Weinstadt soll in einer eigenen Kampagne gefestigt werden. Klassische Wien-Inseraten-Einschaltungen in Printmedien etwa umfassen rund 100 Mio. Exemplare in elf Ländern.
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