Zum Hauptinhalt springen

Toyota: Es war das Gas, und nicht die Bremse!

Von Petra Medek

Kommentare

Verletzte, Tote, Millionen Fahrzeuge, die zurückgerufen werden mussten, Riesenverluste - und nun diese überraschende Wendung: Laut einer Studie des US-Verkehrsministeriums ist die aufsehenerregende Unfallserie bei Toyota zum größten Teil nicht auf technische Gebrechen, sondern auf Bedienfehler zurückzuführen. Mit anderen Worten: Die Fahrer haben schlicht Gaspedal und Bremse miteinander verwechselt. Dem Bericht zufolge fanden die Experten des Ministeriums bei keinem der fast 2000 untersuchten Fälle Hinweise für ein selbständiges Beschleunigen der Unfallwagen. Damit scheint amtlich, dass Toyota nicht für die Unfälle verantwortlich ist.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 13 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Und was nun? Ist der Imageschaden des japanischen Autoriesen damit ausgebügelt? Ganz sicher nicht. Die Aktienkurse reagierten nach der Veröffentlichung der Studie zwar positiv, doch die Reputation von Toyota wird noch auf lange Zeit angekratzt sein. Denn die Manager des japanischen Konzerns stecken nun in einer strategischen Zwickmühle: Zeigt man Genugtuung über die Rehabilitierung, bringt man die Kunden womöglich noch mehr gegen sich auf. Auch Argumente nach der Tonart "Wir haben es doch immer gesagt" nützen jetzt wenig. Die Toyota-Führung weiß das - und hat daher bis dato nobel zu den Studienergebnissen geschwiegen.

Für den Autobauer kann es jetzt nur heißen, nach vorne zu schauen - und einen Gang hoch zu schalten: Die Kommunikationsstrategie von Toyota zielte in den USA bisher auf Verlässlichkeit und Sicherheit ab - und sie sollte dies nun noch stärker tun als je zuvor.