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Treibacher Industrie spitzt auf Mehrheit von Austria Email

Von Kid Möchel

Wirtschaft

In Hauptversammlung der Buy-Out AG stimmen Aktionäre über Kaufangebot ab.


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Wien. Am nächsten Donnerstag dürfte es in der Hauptversammlung des Fonds Buy-Out-Central Europe II Beteiligungs-Invest AG, kurz: Buy-Out AG, hoch hergehen.

Denn auf der Tagesordnung steht ein Antrag auf aktienrechtliche Sonderprüfung des Managementvertrages, auf Auflösung dieses Vertrages und auf Abberufung der Vorstände Stefan Prochaska und Herbert Roth. Der Antrag kommt von Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer, der für Aktionäre, die sechs Prozent an der Buy-Out AG halten, in den Ring steigt.

Auf der Tagesordnung steht aber auch der Verkauf des Hälfte-Anteils an dem börsennotierten Wärmespeicher-Hersteller Austria Email in Knittelfeld, der mit 350 Mitarbeitern heuer rund 65 Millionen Euro umsetzt. Wie Buy-Out-Vorstand und Anwalt Stefan Prochaska der "Wiener Zeitung" bestätigt, liegt ein verbindliches Kaufanbot der Treibacher Industrieholding vor. Die Treibacher um den Multi-Investor Erhard Schaschl und dessen Familie hält bereits 38,38 Prozent an Austria Email. Der Rest ist Streubesitz. Dem Vernehmen nach dürfte der Kaufpreis des 50-Prozent-Anteils bei rund 19 Millionen Euro angesetzt sein.

"Es ist ein gutes Angebot, weil es ohne Gewährleistung abgegeben wird", sagt Buy-Out-Vorstand Prochaska. "Das ist ein Wert, den man sehen muss." Denn es ist ansonsten üblich, dass für etwaige Gewährleistungsforderungen Sicherheitsleistungen vom Verkäufer verlangt werden. Detail am Rande: Schaschl und sein Schwiegersohn Norbert Gertner halten über ihre Privatstiftungen ES und Cariboo auch Anteile am Verkäufer Buy-Out AG. Indes wirft Prochaska Böhmdorfer vor, nur die Konfrontation zu suchen. Statt der Auflösung des Managementvertrags schlägt Prochaska vor, die Managementgebühr künftig zu einem Drittel vom Erfolg abhängig zu machen. "Böhmdorfer hat noch keinen sachlichen Grund genannt, der geeignet wäre, den Managementvertrag aufzulösen", behauptet Prochaska. "Das zeigt seine Taktik des sogenannten räuberischen Aktionärs. Das ist nach Lehre und Literatur jener, der seine Aktionärsrechte dafür einsetzt, um einen besseren Exit-Preis zu bekommen." Prochaska glaubt nicht, dass die Anträge Böhmdorfers Erfolg haben werden.

"Der Vorwurf ist, dass man das Unternehmen mit der Managementgesellschaft ausgesaugt hat", sagt Böhmdorfer. "Das Ziel unserer Klienten ist, es auf ein schlankes Management zurückzuführen." Nachsatz: "Sie hätten nicht in der Höhe der Verluste die Managementgesellschaft füttern sollen."

Die Vorwürfe werden aber bestritten.