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Donald Trump ist seit knapp mehr als zwei Monaten Präsident der Vereinigten Staaten. Dass er nun seinen Chefberater Stephen Bannon, der politisch im extrem rechten Eck angesiedelt ist, aus dem Nationalen Sicherheitsrat abziehen muss zeigt, wie schwach er in Wirklichkeit ist. Außer vollmundigen Ankündigungen hat er bisher nichts zuwege gebracht, von "great" waren die USA nie weiter entfernt als in den vergangenen Wochen. Trump musste bereits Michael Flynn opfern, der Vizepräsident Pence und die Öffentlichkeit über seine Kontakte zu russischen Diplomaten anlog. Und nun Stephen Bannon, der Trump wohl die düstere und unversöhnliche Antrittsrede im Jänner diktierte.
Ganz offensichtlich verliert der 70-jährige Immobilien-Spezialist Donald Trump jeden Machtkampf. Der Paukenschlag um Bannon zeigt wohl, dass Vizepräsident Pence immer stärker die Fäden im Weißen Haus zieht, unterstützt von mächtigen Politikern der Republikaner, die die Mehrheit im US-Kongress stellen.
Trump, der in den vergangenen Wochen immer stärker in seine eigene Wirklichkeit verschwand, die mit der Welt wenig zu tun hat, soll allem Anschein nach marginalisiert werden. Vielleicht stolpert er ja am Ende über die Ermittlungen, die amerikanische Polizei und Nachrichtendienste über die russische Verwicklungen in den US-Wahlkampf derzeit führen.
Mit dem Rücktritt Bannons verlieren die sehr rechten Unterstützer Trumps ihre Hauptfigur im Weißen Haus. Zu ihnen zählen schwerreiche Fonds-Manager wie Robert Mercer und Steve Feinberg, die eine Gesellschaft basteln wollen, die wenig Rücksicht auf andere nimmt, und viele Vorteile für sie selbst bringt.
Dass die Entzauberung Trumps so schnell gehen würde, war nicht absehbar. Es ist allerdings für Europäer beeindruckend zu beobachten, wie stark die Zivilgesellschaft in den USA ausgeprägt ist, und wie kompromisslos die Verfassung des Landes verteidigt wird. Richter verwarfen trotz erheblichen Drucks Trumps Einreise-Verbote. Die Nachrichtendienste ermitteln gnadenlos die Russland-Verbindung der Trump-Gefährten, obowhl der Präsident selbst dies immer als Unfug bezeichnete. Der Nationale Sicherheitsrat ist das wichtigste Beratergremium des amerikanischen Präsidenten. Nun stellt sich heraus, dass Trump nicht einmal mehr dessen Zusammensetzung steuern kann. Gut für die USA.

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