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Tu felix Sport-Austria?

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

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Immerhin: Schlechter als Deutschland kann Österreich nicht mehr werden, und das ist schon was für den gelernten Österreicher. Dass das Handball-Team sich aus eigener Kraft und nicht etwa als Gastgeber für die EM qualifiziert hat, während die Deutschen zuschauen müssen, ist aber nicht nur deswegen beachtenswert. Schließlich ist noch keiner anderen österreichischen Mannschaft im Handball, Volleyball oder Fußball eine EM-Qualifikation gelungen. Und so gut wie jetzt ist der hiesige Mannschaftssport noch selten dagestanden, schließlich vertritt Österreichs Eishockey-Team die rot-weiß-roten Farben in wenigen Wochen bei Olympia. Alles in Ordnung also im österreichischen Sport? Das wäre eine fatale Schlussfolgerung. Zwar wird in immer mehr Vereinen professionell gearbeitet, was auch daran zu sehen ist, dass die hierzulande ausgebildeten Spieler in noch nie dagewesener Fülle auch in Deutschland für Furore sorgen, doch die Infrastruktur ist immer noch verheerend, Verband und Klubs kämpfen händeringend um jeden Sponsoreneuro, und regelmäßig auftretende Meldungen, die das Ende des Spartensenders ORF Sport+ heraufbeschwören, sind auch nicht gerade dazu angetan, die Laune zu heben. Die EM und die damit verbundene Öffentlichkeitswirksamkeit kann Impulse geben, auf ihre Nachhaltigkeit kann man sich aber nicht verlassen. Der ÖHB hat das erkannt und sich mit der geplanten EM-Bewerbung 2020 ein weiteres Fernziel gesteckt. Nach momentanem Stand hat diese aber wohl kaum Chancen: Derzeit verfügt die Bundeshauptstadt nicht einmal über eine Halle, die die Anforderungen für ein offizielles Länderspiel erfüllt. Und das sagt mehr über den Zustand des Sportlandes Österreich aus, als einmal besser als Deutschland zu sein.