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Tumpel kritisiert Bildungspolitik

Von Eva Steinkellner

Politik

Anlässlich einer gestern in Wien vorgestellten Studie der Arbeiterkammer über die Entwicklung von Qualifikation und Erwerbsarbeit von Frauen kritisierte AK-Präsident Herbert Tumpel die Bildungspolitik der Regierung. Diese laufe in die falsche Richtung, da man ausgerechnet im Bildungssektor den Rotstift ansetze. Die Studie zeigt, dass nur ein höherer Bildungsgrad die Chancen am Arbeitsmarkt vergrößert.


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Die Ergebnisse der Studie weisen eine positive Tendenz in Richtung Höherqualifikation von Frauen in den letzten drei Jahrzehnten auf. Aber noch immer sind Frauen schlechter ausgebildet als Männer.

Weiters zeigt die Studie, dass sich das Bildungsniveau der Frauen erhöht hat, womit die Arbeitsmarktchancen steigen. Auch die Erwerbsquote der Frauen ist von 44 Prozent auf 60 Prozent in den letzten drei Jahrzehnten gewachsen. Die Arbeitsmarktsituation ist trotzdem miserabel: Die Arbeitslosenquote ist von 3 Prozent (1971) auf 7 Prozent (1999) gestiegen. "Der Herr Minister wird seine Frau stehen müssen", meinte Tumpel in Richtung Herbert Haupt, der nach Elisabeth Sickl nicht nur das Sozialministerium übernommen hat, sondern auch der erste "Frauenminister" ist.

Der AK-Präsident forderte anlässlich der Studienergebnisse unter anderem eine Fortführung des Weiterbildungsgeldes in der Karenz. Weiters müssen genug finanzielle Mittel für den Arbeitsmarkt und für die Berufsausbildung zur Verfügung stehen. Forcieren müsse man ebenso eine zukunftssichere Ausbildung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien.

Ganz klar abzulehnen seien jedenfalls die Studiengebühren, welche auch einen großen Einfluss auf die Frauenausbildung haben, erläuterte Tumpel.

Als "unfair und unsozial" bezeichnete der AK-Präsident die vierwöchige Wartefrist für das Arbeitslosengeld bei befristeten und einvernehmlich gelösten Dienstverhältnissen. Daher werde man Arbeitgebern in Zukunft raten, sich kündigen zu lassen, so Tumpel. Das bei den geplatzten Verhandlungen am Freitag präsentierte Sozialpartnermodell wäre laut Tumpel eine zukunftsträchtige Lösung gewesen, die auch von der AK Opfer abverlangt hätte.

AK-Image im Hoch

Präsentiert wurde auch eine Umfrage über das Image der Arbeiterkammer. Fast zwei Drittel der österreichischen Bevölkerung vertrauen der AK. Damit nimmt die AK einen Spitzenplatz unter den wichtigen Institutionen in Österreich ein. Ein überwiegender Teil der Befragten, 89 Prozent, sprach sich für die Beibehaltung der AK als gesetzliche Interessensvertretung aus - über Parteigrenzen hinweg.

Auch in der Frage des Mitgliedsbeitrags zeigte sich, dass unabhängig von der Parteizugehörigkeit die Beitragshöhe als gerechtfertigt beurteilt wird.