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Über Geschäftssinn und Selbstheilungskräfte

Von Claudia Peintner

Wirtschaft

Zwei Brüder aus dem Wienerwald produzieren Olivenöl in Griechenland. | Firma Mani als Bio-Vorzeige-Betrieb. | Wien.Wenn er kocht, nimmt er zuerst die Flasche Olivenöl und dann wird geschaut, welche Zutaten dazu passen. Seine Zähne putzt er mit Oliven-Zahnpasta, die Haare bekommen eine Oliven-Haarkur verpasst. Der Wiener Unternehmer Manfred Bläuel ist mit Haut und Knochen eng verwurzelt mit dem mediterranen Ölbaum.


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Seit gut 30 Jahren betreibt er gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich Bläuel die griechisch-österreichische Firma Mani, spezialisiert auf Bio-Olivenölprodukte.

In den Regionen Messinias und Lakonia am Süd-Peloponnes liefern rund 300 Bauern die frisch geernteten Früchte zur Mani-Produktionsstätte. Die Straßen sind mittlerweile asphaltiert, Internet- und Telefonanschlüsse vorhanden.

Das war nicht so, als die Bläuels vor rund 30 Jahren dort Fuß fassten. Nach Griechenland verschlug es die beiden, weil ihr Geografielehrer in der Schule von dem Land schwärmte. Die ersten Eindrücke haben Manfred Bläuel geprägt: "Das Gemüse, der Fisch, alles schwamm im sonnig goldenen Olivenöl." Mit ein Grund: Viele Griechen hatten damals keinen Kühlschrank und konservierten ihre Lebensmittel in Öl.

Baum wehrt sich selbst

Ein Schluck Olivenöl sei besser als ein Antibiotikum, sagten die Helenen damals zu Manfred Bläuel, der mit Magenproblemen kämpfte. Mit der Zeit holte sich das Brüderpaar auch Ratschläge, um gleich tausende Flaschen davon herzustellen.

Alle Mani-Olivenbauern setzen auf eine rein biologische Bewirtschaftung. Auf chemischen Dünger wird genauso verzichtet wie auf Schädlingsbekämpfungsmittel. "Wenn die Bäume in einer natürlichen Umgebung wachsen, dann entwickeln sie eigene Abwehrkräfte", so Bläuel. Auch auf einen umweltschonenden Umgang mit Ressourcen wird Wert gelegt: Eine Photovoltaik-Anlage bringt Strom, gesammeltes Regenwasser dient zur Bewässerung. Lieferungen kommen großteils per Schiff und Bahn zu den Kunden.

Zu den Abnehmern von Manis eingelegten Oliven, Ölen & Co gehören in Österreich die Handelskette Spar sowie Naturkostläden. Auch nach Deutschland, Skandinavien und England wird exportiert. Den Vertrieb lenkt Manfred Bläuel von Wien aus, während sein Bruder in Griechenland die Produktion überhat. Ein halber Liter des Bio-Öls kostet ab sieben Euro. Qualität dürfe eben etwas kosten - "im Gegensatz zu den Panschereien, die oft in den Regalen stehen", meint Bläuel.

Säure, Farbe und Geruch

Dass er nicht bloß leere Floskeln von sich gibt, beweisen zahlreiche Auszeichnungen: Achtzig internationale Bio-Olivenöl-Anbieter stellten sich im Rahmen der Weltmesse für Bio-Produkte "BioFach 2010" einer internationalen Jury.

Das Mani®-Bio-Olivenöl ging in Nürnberg als Testsieger hervor. Geschmack, Geruch, Farbe und chemische Säuren überzeugten. "Ich bin kein Finanzspekulant, meine Aktien kann man riechen, schmecken spüren", so Bläuel.