Zum Hauptinhalt springen

UIDH-Netzwerk kämpft in Afrika um die Menschenrechte

Von Brigitte Pilz

Politik

In vielen Ländern Afrikas wurden in den letzten Jahren zahlreiche Organisationen für die Einhaltung von Menschenrechten aktiv. Sie setzen sich mit kritischen Entwicklungen in einzelnen Staaten auseinander, stellen Wahlbeobachter und engagieren sich als Friedensvermittler.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 23 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Afrika gilt als Kontinent von Krisen, Kriegen und Katastrophen. Wenig bekannt ist das Engagement afrikanischer Bürgerinnen und Bürger für den Schutz und die Förderung von Menschenrechten. Anlässlich eines Besuches in Deutschland nennt Halidou Ouédraogo, Präsident der Interafrikanischen Union der Menschenrechte (UIDH), Mitgliederzahlen, die in Staunen versetzen. Wie die Zeitschrift epd-Entwicklungspolitik in ihrer jüngsten Ausgabe (5/2001) berichtet, hat diese Bewegung zum Beispiel allein in Burkina Faso 60.000 Mitglieder. In der UIDH haben sich fast 40 NGOs aus vielen Staaten Afrikas zusammengefunden, um die Wirkung ihrer Aktivitäten durch Vernetzung zu erhöhen. Diese NGOs sind zwar auf ausländische finanzielle Förderung angewiesen, es werden aber auch Mitgliedsbeiträge eingehoben. Der Zulauf ist anhaltend hoch.

Als Begründung führt Ouédraogo an: "Die Menschen in Afrika haben jegliches Vertrauen in politische Parteien verloren." In dieser Situation sei der zivilgesellschaftliche Kampf um Menschenrechte attraktiv. NGOs würden nicht nach "Staatsmacht streben, sondern dafür sorgen, dass Staatsmacht nicht gegen die Bevölkerung missbraucht werde".

UIDH hat sich in den vergangenen Jahren mit besonders kritischen Entwicklungen in einigen Ländern befasst, dazu Untersuchungen angestellt, Erklärungen veröffentlicht und Missionen entsandt: In Liberia und Sierra Leone wurden Versuche zur Friedensvermittlung unternommen, in Niger nicht-transparente Wahlen aufgedeckt.

Die Beobachtung von Wahlen ist überhaupt eine zentrale Aufgabe, was bisher in Senegal, Mali, Guinea Bissau, Zentralafrikanische Republik, Benin und Madagaskar erfolgt ist. Wie vielen außereuropäischen Menschenrechtsaktivisten sind auch jenen in Afrika nicht nur die politischen Freiheitsrechte ein Anliegen, sondern auch die wirtschaftlichen und sozialen. In ökonomischen Notsituationen ist es für die Bevölkerung schwierig bis unmöglich, bürgerliche Rechte einzufordern und Pflichten zu erfüllen. Mit der Verleihung des Nobelpreises erhielt auch UIDH 1997 internationale Anerkennung als Mitgliedsorganisation der Internationalen Kampagne gegen die Minen.