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Umschichtungen auch in Wien

Von Hans Almer

Wirtschaft

Die Kurseinbrüche an den Wachstumsbörsen sind auch an der Wiener Börse nicht spurlos vorübergegangen. Die massiven Einbrüche an der Nasdaq haben in den ersten Apriltagen an den Finanzplätzen rund | um den Globus zu einer erhöhten Nervosität und teilweise massiven Gewinnmitnahmen geführt. Die Wachstumsmärkte in Europa folgten der Talfahrt der Nasdaq, und auch an den traditionellen Aktienbörsen | bröckelten die Kurse zunächst ab.


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Schon bald zeigten sich die Finanzplätze mit den altbewährten Blue Chips aber von ihrer freundlicheren Seite. Sie profitierten von vermehrten Umschichtungen weg von der "New Economy" hin zur "Old

Economy". Die Wiener Börse fiel in Anbetracht dieses Umfelds nicht wirklich auf, hat sich aber verhältnismäßig gut gehalten. Die Geschäftstätigkeit war zu Beginn des zweiten Quartals 2000 sehr ruhig,

zur Wochenmitte war aber ein lebhafter Handel zu registrieren. Sorgte zunächst der hektische Handel im Finanz-Blue-Chip Bank Austria für hohe Umsätze, so hat in der Folge ein Übernahmeangebot für die

AMS einen Kurssprung bei beachtlichen Volumina ausgelöst.

Alles in allem blieb die Geschäftstätigkeit aber unterdurchschnittlich, die internationalen Investoren fanden nach wie vor nicht den Weg nach Wien. Der Fließhandelsindex ATX wurde zum Freitag-Schluß

mit 1.116,05 Punkten errechnet. Der Wiener Leitindex hat damit in der ersten Aprilwoche 1,24% eingebüßt.

Der WBI als Indikator für den Gesamtmarkt hat sich im gleichen Zeitraum um 0,76% auf 474,60 ermäßigt. Im Vergleich dazu hat der Euro-Stoxx nur um marginale 0,27% nachgegeben. Der deutsche DAX

korrigierte im Wochenabstand um etwas mehr als 1% nach unten.

Im Topsegment fiel vor allem der steirische Chiphersteller AMS mit einem Kurs-Plus von fast 24% positiv auf. Bemerkenswert war auch der Kurssprung der Brau-Union, welche auch die im Specialist-Market

gelistete BBAG mit nach oben zog. Zu den Gewinnern zählten im A-Segment auch Wienerberger, Wolford, EVN und Verbund, während die Finanz-Blue-Chips Erste Bank und Bank Austria kräftig nachgaben. BWT

büßten fast 6% ein, und Austrian Airlines bröckelten um knapp 5% ab. Ebenfalls schwächer waren Flughafen, VA Stahl, VA Tech und RHI. Im B-Segment setzten Jenbacher ihre seit Wochen gezeigte

Aufwärtsbewegung mit einem Plus von 5,7% fort. Ebenfalls fester präsentierten sich AvW Invest Stamm, Agrana, Constantia-Verpackungen, Palfinger und Lenzing. Bei BETandWIN kam es dagegen nach den

markanten Kursanstiegen in ihrer ersten Börsenwoche zu vermehrten Gewinnmitnahmen und einer Korrektur etwas mehr als 11%. CyberTron verloren zunächst den Rückgängen bei Telekomaktien an den

internationalen Märkten folgend ebenfalls deutlich an Boden, machten zum Wochenschluß aber wieder Boden gut. Starke Korrekturen gab es zudem bei Allianz Elementar, den Vorzugsaktien der Porr, Do & Co

sowie SW Umwelttechnik. Im C-Market ragten WMP mit einem Kurssprung um fast 45% positiv heraus. Demgegenüber sackten IFE um fast 19% ab.

Am Neuen Markt in Frankfurt bröckelten von den Austro-Aktien BEKO um über 14% ab. Sehr gut in Szene setzen konnten sich dagegen Brain Force mit einer Befestigung um 31% sowie Sanochemia mit einem

Plus von 18%. An der Easdaq setzen YLine mit einem Minus von über 15% ihre Talfahrt fort.

Hans Almer ist Redakteur der Zeitschrift "Bankundbörse".