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Ist die Umwelt krank, merken es zuerst die Kinder. Sie reagieren am empfindlichsten auf negative Umwelteinflüsse. Das stellt die Weltgesundheitsorganisation WHO anlässlich des heutigen Weltgesundheitstages fest. Weltweit entfallen 40 Prozent der durch ökologische Gefahren ausgelösten Krankheiten auf Kinder unter fünf Jahren, die 10 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. "Immer mehr Fakten deuten darauf hin, dass die Umwelt der Gesundheit unserer Kinder schadet", sagt Marc Danzon, WHO-Regionaldirektor für Europa.
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Zum Weltgesundheitstag setzt die WHO in Europa den Schwerpunkt in diesem Jahr auf Asthma und Allergien, den führenden Ursachen chronischer Erkrankungen in der Kindheit, die mit Umweltgefahren zusammenhängen. Doch den Kindern drohen überall Gefahren - etwa Zuhause, in der Schule oder in ihrem Lebensumfeld, das eigentlich am sichersten sein sollte. "Jedes Kind hat das Recht, in einem gesunden Heim, einer Schule oder Gemeinde aufzuwachsen", erklärte Gro Harlem Brundtland, Generaldirektorin der WHO. Jedoch sterben jedes Jahr über fünf Millionen Kinder bis 14 Jahren, vor allem in den Entwicklungsländern, von Krankheiten, die durch ihre Umwelt ausgelöst wurden.
Diese Krankheiten bedeuten auch enorme wirtschaftliche Kosten: In den späten neunziger Jahren verlor China bis zu 7,7 Prozent an Wirtschaftskraft durch krankmachende Umweltverschmutzung. 1,9 Millionen Menschen starben jährlich an solchen Krankheiten etwa der Atemwege, 21 Prozent der Todesfälle in China insgesamt. Auch in den entwickelten Staaten fordert die Umweltverschmutzung ihren Tribut: Giftige Substanzen sollen Schäden in Höhe von 300 Mrd. Dollar (275 Mrd. Euro) ausmachen.
In den meisten europäischen Ländern haben Asthmasymptome bei Kindern im Zeitraum von Mitte der siebziger bis Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts um 200 Prozent zugenommen. In der Europäischen Union zählen Allergieerkrankungen zu den am weitesten verbreiteten chronischen Kinderkrankheiten. Davon sind in einigen Ländern nach Schätzungen über ein Viertel der Kinder betroffen. Durchschnittlich leiden zehn Prozent der Kinder unter Asthmasymptomen, wobei die Rate in Westeuropa bis zu zehn Mal höher als in osteuropäischen Ländern liegt.
Neben genetischen Faktoren konnte nach WHO-Angaben nachgewiesen werden, dass eine Reihe von Umweltfaktoren wie Passivrauchen oder schlechte Innenraum- und Außenluft zum Auftreten von Allergieerkrankungen beitragen. Europäische Säuglinge und Kleinkinder verbringen die meiste Zeit in geschlossenen Räumen und sind deshalb normalerweise den dort vorhandenen Allergenen wie Passivrauchen, Rauchentwicklung beim Kochen, Feuchtigkeit, Hausstaubmilben oder Haustieren, eher ausgesetzt als Allergenen in der Außenluft.
Das Passivrauchen gehört zu den wichtigsten Belastungsfaktoren in geschlossenen Räumen, die den kindlichen Atemwegen schaden und vor allem das Wachstum und die Entwicklung der Lunge beeinträchtigen. Rauchende Mütter setzen ihre Kinder in den ersten drei Lebensjahren einem um mehr als 50 Prozent erhöhten Risiko für Erkrankungen der unteren Atemwege aus und erhöhen die Gefahr, dass ihre schulpflichtigen Kinder Asthmasymptome entwickeln.
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