Zum Hauptinhalt springen

Unice-Report: Österreich hat Aufholbedarf bei Innovationen

Von Peter Kantor

Wirtschaft

Kein gutes Zeugnis stellt der Unice-Benchmarking-Report 2001 Österreich aus. Europas Arbeitgeberverband Unice spricht in seinem Jahresbericht von einem unverändert großen Aufholbedarf in Sachen Innovation und New Economy.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 23 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Aus Sicht der Industriellenvereinigung (IV) braucht es einen gut dotierten "Österreichischen Nationalfonds", um im High-Tech-Bereich Weltklasse zu werden. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Österreich zu einem "braven User" der New Economy werde, erklärte der IV-Präsident und Vizepräsident des europäischen Arbeitgeberdachverbandes Unice, Peter Mitterbauer, gestern bei der Österreich-Präsentation des Reports mit dem Titel "The renewed Economy".

Österreich sei sehr schnell in der Anwendung von neuen Technologien wie Mobiltelefone, Online Banking und Internetnutzung. Im Sinne einer hohen eigenen Wertschöpfung im Land brauche es aber die Entwicklung und Produktion neuer Technologien.

Dass sich die Situation im Jahr 2000 nicht wesentlich verbessert hat, wurde vergangene Woche auch von der Europäischen Kommission bestätigt. Die Rahmenbedingungen für die Entwicklung wissensbasierter Wirtschaft seien in Österreich ungenügend, hieß es.

Mitterbauer nennt vor allem vier Verbesserungspotenziale für Österreich: Die Humanressourcen müssen effizienter genutzt, "neues Wissen" gezielter gefördert werden, die Übertragung von Wissen rascher erfolgen sowie die Innovationsfinanzierung und High-tech-Orientierung forciert werden. Denn Österreich sei etwa beim Anteil von Risikokapital am BIP und beim Anteil der IKT-Ausgaben (Investitionen in Hard-, Software und Telekommunikation) gemessen in Prozent am BIP internationales Schlusslicht.

Woher angesichts des Sparkurses der Regierung das Geld für bessere Rahmenbedingungen und neue Initiativen kommen soll, bleibt offen. Die Industrie brauche die öffentliche Hand als starken Partner, betont IV-Generalsekretär Lorenz Fritz. Es fehle der Masterplan "e-austria". Zudem regt Fritz einen "Österreichischen Nationalfonds" an, der Österreich unter die fünf innovativsten europäischen Länder führen könnte. Dazu wären laut Wifo 70 Mrd. Schilling notwendig.

Immerhin wurde von der Regierung im Reformdialog III zumindest ein Signal gesetzt: Anhand einer Durchführbarkeitsstudie soll geklärt werden, was zur Zielerreichung geschehen muss. So könnten etwa zusätzliche Investitionen von Industrie und öffentlicher Hand mit der größten Hebelwirkung vorgezogen werden. Nicht zuletzt will man sich um eine bessere Vernetzung aller Teilnehmer am Innovationsprozess bemühen.