Zum Hauptinhalt springen

Unis brauchen Soforthilfe

Von Alexandra Grass

Wissen

Aufgrund der von den Unis beklagten Budgetknappheit fordern SPÖ und Grüne Bildungsministerin Elisabeth Gehrer in einem gemeinsamen Entschließungsantrag auf, für heuer als Sofortmaßnahme 100 Mill. Euro für die Universitäten und den Fonds zur Förderung von Wissenschaft und Forschung (FWF) zur Verfügung zu stellen.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 20 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

"Es ist schwer, nicht in Erregung zu fallen, wenn von Meilensteinen, Weltklasse und Quantensprüngen gesprochen wird und man gleichzeitig die Realität anschaut", erklärte der Grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem SPÖ-Pendant Josef Broukal. So würden an den Unis Lehrveranstaltungen abgesagt, Uni-Bibliotheken können Abos weder kaufen noch verlängern, Institute müssen Bettelbriefe für Bürobedarf schicken, die Uni Wien verzichte auf das Fensterputzen.

Auch um den FWF sei es nicht rosig bestellt. Dieser muss mit einem im Vergleich zu 2002 um 18 Prozent geringeren Budget das Auslangen finden. 500 bis 600 Forschungsstellen können nicht besetzt werden. Junge WissenschafterInnen müssen ins Ausland gehen, skizzierte Broukal die Lage. Und weiter: "Warum werden Institutionen, die Eliten heranbilden, solch einem Härtetest ausgesetzt?"

Ein 100-Mill.-Euro-Paket ist nur eine "bescheidene Forderung", stellte der SPÖ-Mandatar klar, wobei er 35 Mill. dem FWF zuspricht. Die restlichen 65 Mill. Euro sind für die 18 Universitäten vorgesehen, wobei jede einen Sockelbetrag in Höhe von 1,2 Mill. erhalten und der Rest entsprechend der Hörerzahl aufgeteilt werden sollte. Demnach würde etwa die Hauptuni Wien 15 Mill. und die Montanuni Leoben 400.000 Euro bekommen.

Am 24. September soll der Entschließungsantrag im Nationalrat eingebracht werden. Dabei geht es den beiden Wissenschaftssprechern "nicht um Parteipolitik, sondern darum, Österreichs Unis rasch wieder zu finanziellen Mitteln zu verhelfen, damit sie den Dienst an der Gemeinschaft und am Lande wieder durchführen können". Im Herbst wollen Broukal und Grünewald versuchen, alle Parteien zu einer Enquete an einen Tisch zu bringen. Sinnvoll wäre in dieser Sache eine "Koalition der Vernünftigen", so der Grüne Bereichssprecher.

Die Mittel könnten aufgebracht werden, denn der Gebarungserfolg 2002 war um 1,8 Mrd. Euro besser als geplant, "davon könnte man leicht 100 Mill. Euro an die Unis abgeben", meinte Broukal.

Die Bildungsministerin erteilte der Forderung eine klare Absage. Das Budget für heuer ist etwas knapper, aber im nächsten Jahr werde es für die Unis wieder ein "ausgesprochen gutes Budget" geben.