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Kampf gegen Hunger und Krankheiten scheint aussichtslos. | Südliches Afrika bleibt Sorgenkind.
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Genf. (reu) Die Welt droht den Kampf gegen die Armut zu verlieren. Sollten die Industriestaaten nicht sofort mehr Geld zur Verfügung stellen, werde es die internationale Gemeinschaft schwer haben, ihre sogenannten Millenniums-Ziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen, mahnte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in einer am Montag veröffentlichten Halbzeitbilanz. Zu diesen Zielen gehören unter anderem die Bekämpfung von Hunger und Krankheiten sowie der Ausbau des Bildungssystems.
In all diesen Punkten bleibt das südliche Afrika auch sieben Jahre nach Verabschiedung des Zeitplans Schlusslicht. "Weil es in der offiziellen Entwicklungshilfe seit 2004 keinen signifikanten Anstieg gegeben hat, ist es selbst für gut regierte Länder unmöglich, die Millenniums-Ziele zu erreichen", erklärte Ban.
Lediglich fünf Staaten schafften es demnach bisher, die von den Vereinten Nationen angepeilten 0,7 Prozent des nationalen Bruttoeinkommens für Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen: Dänemark, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und Schweden. Deutschland gab 2006 laut Entwicklungsministerium 0,36 Prozent seiner Wirtschaftsleistung für die Entwicklungshilfe aus, in Österreich waren es immerhin 0,48 Prozent.
Im vergangenen Jahr beliefen sich die weltweit zur Verfügung gestellten Beträge unterm Strich nur auf 103,9 Milliarden Dollar - oder 0,3 Prozent des kombinierten Nationaleinkommens. Bei der Umsetzung der insgesamt acht Millenniums-Ziele sind unterschiedliche Fortschritte zu verzeichnen. Zentral war das Vorhaben, die Zahl der Menschen in extremer Armut bis 2015 statistisch gesehen zu halbieren.
Trotz Rückgang sterben täglich 29.000 Kinder
Dem UN-Bericht zufolge ist dies möglich, weil hier die größten Fortschritte gemacht wurden: So lebten 2004 etwa 980 Millionen Menschen - oder 19 Prozent der Bevölkerung in den Entwicklungsländern - von weniger als umgerechnet einem Dollar pro Tag. 1990 waren es noch 1,25 Milliarden oder 32 Prozent. Trotz dieses leichten Rückgangs sterben immer noch täglich fast 29.000 Kinder durch Hunger oder harmlose Krankheiten, vor allem in Südasien und im südlichen Afrika.
Das rasante Wirtschaftswachstum in Asien kam der Entwicklung dort zwar zu Gute. Hingegen verbesserte sich die Lage in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara nur langsam: In der ärmsten Region der Welt sank die Zahl der Menschen in extremer Armut im selben Zeitraum von 47 auf 41 Prozent.
Trinkwasser ist für viele Menschen Luxus
Der allgemeine Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen ist ein weiteres Millenniums-Ziel der UNO - von dessen Umsetzung sei man allerdings noch meilenweit entfernt, heißt es im aktuellen Bericht. Für die schwarzafrikanischen Länder bleibe zudem der Kampf gegen HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria eine der größten Herausforderungen. Und nach wie vor seien generell zu wenig Frauen in Entwicklungsländern berufstätig. UN-Generalsekretär Ban rief insbesondere die acht führenden Industriestaaten (G-8) auf, ihr Versprechen einzulösen, wonach die Entwicklungshilfe für Afrika bis 2010 verdoppelt werden soll.
Die G-8 hatten dieses Versprechen zuletzt bei ihrem Gipfel im deutschen Heiligendamm Anfang Juni bekräftigt. Nichtregierungsorganisationen bemängelten aber, es gebe kaum neue Hilfsangebote an Afrika. Die meisten Zusagen von Heiligendamm spiegelten lediglich die Beschlüsse vom Gipfel im schottischen Gleneagles aus dem Jahr 2005 wider.
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