)
Die Finanzkrise hat bei vielen die Sehnsucht nach Garantieprodukten geweckt. Nicht alle Garantien sind kostengünstig - dafür sind sie in manchen Fällen umsonst.
Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 16 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.
Kapitalgarantie, Wertsicherung, fixe Verzinsung, Garant-Fonds - es ist fast wie am Großmarkt kurz vor Verkaufsschluss. Die Auswahl an Garantieprodukten ist groß, aber genauso wie bei der feilgebotenen Gemüsekiste legt man für ein Produkt, das garantiert kein faules Obst enthält, etwas mehr hin.
"Garantie muss auch etwas kosten dürfen," betont Christoph Krischanitz, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Arithmetica. Während der Krise haben das die Anleger genauso gesehen: Laut Erste Bank ist das Interesse an Garantieprodukten zwischen Jänner und August 2009 um 46 Prozent höher gelegen als im gleichen Zeitraum 2008. "In letzter Zeit ist die Nachfrage tendenziell aber wieder zurückgegangen", so Peter Bosek, Privatkundenvorstand der Erste Bank.
Risikolaune ist zurück
Marktbeobachter sind sich einig, dass Anleger anscheinend schnell vergessen und bereits wieder mehr Risiko eingehen. Aber Analysten warnen, dass Marktschwankungen über die kommenden Monate und - vielleicht - Jahre deutlicher ausfallen werden, als die meisten Anleger es gewohnt sind. Ein möglicher Schutz wäre die Rückkehr zur klassischen Lebensversicherung, die mit Imageproblemen zu kämpfen hat, denn sogenannte "stille Reserven", die von den Anbietern für die jährlich fällige Garantie aufgebaut werden, können nicht die gestiegene Nachfrage nach Transparenz in Finanzprodukten befriedigen.
Das Modell an sich bietet durch den kollektiven Ansatz und die jährlich einzuhaltende Garantie großen Schutz für den einzelnen Anleger - dieser verursacht jedoch Kosten und verringert die Rendite. Diese liegt derzeit bei 2,25 Prozent bei Neuverträgen plus möglicher Gewinnbeteiligung.
Doch viele Anleger wollen sich nicht lebenslänglich an ein Finanzprodukt binden und wählen deshalb lieber Fonds mit kürzeren Laufzeiten. Viele Banken haben für diesen Markt Fonds herausgebracht, die zumeist aus einer vom Bankinstitut begebenen Anleihe bestehen, die wiederum mit einem Aktienportfolio hinterlegt ist.
Aufschlag frisst Rendite
Garantiert wird ein fixer Zinssatz auf die Anleihe plus ein Bonuszins für den Fall, dass keine der Aktien in einem bestimmten Zeitraum unter einen festgesetzten Wert fällt. Je größer der Aktienkorb, desto unwahrscheinlicher wird meist der Eintritt des Bonusszenarios. Dennoch sind die garantierten Zinssätze mit etwa 3,5 Prozent an sich schon eine gute Alternative zum Sparbuch in einem Niedrigzinsumfeld. Zu beachten bleibt jedoch der Ausgabeaufschlag, der oft die gesamte Rendite des ersten Jahres auffrisst. Weiters gilt die Garantie erst am Ende der Laufzeit - ein frühzeitiger Verkauf kann also zu Verlusten führen, genauso wie die Insolvenz der Bank, die die Anleihe begeben hat. Die Kosten der Garantie in solchen Fonds werden also indirekt über eine "Nicht-Auszahlung" der Bonus-Verzinsung gedeckt.
Andere Produkte, zu denen die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge gehört, haben ein aktiv verwaltetes Portfolio, für das Verwaltungskosten anfallen, die oft in einem Prozentsatz des angelegten Kapitals angegeben werden - und mit der Höhe der Einlage mitsteigen. Die genaue Ausformung der Gebührenstruktur ist jedoch von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich und hängt davon ab, ob dem Produkt ein Investmentfonds oder die teurere Variante, eine fondsgebundene Lebensversicherung mit mehr Garantien, zu Grunde liegt.
Und dann bleibt noch das Kleingedruckte, denn Formulierungen wie "Wertsicherungsfonds" garantieren nur selten 100 Prozent des eingezahlten Kapitals, sondern nur einen Teil.

)
)
)
)