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Unterwegs auf der virtuellen Einkaufsstraße

Von Rosa Eder-Kornfeld

Wirtschaft
E-Commerce-Experte Johannes Meßner und das Coolshop-Team verbinden Händler, regionale Medien und Konsumenten auf einer Plattform.
© Cool Media GmbH, fotolia/Anna Frajtova

Junges Wiener Start-up unterstützt von der Internet-Konkurrenz geplagte lokale Einzelhändler dabei, neben Amazon, Zalando & Co bestehen zu können.


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Wien. Kleine lokale Einzelhandelsgeschäfte haben es schwer. Dabei ist es ja nicht so, dass der private Konsum rückläufig wäre - im Gegenteil. Die Ausgabebereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher ist nicht zuletzt dank Steuerreform hoch, was sich vermutlich auch im kommenden Weihnachtsgeschäft spürbar machen wird.

Nur - wie lukriert man mehr Umsätze, wenn die Kunden lieber außerhalb der Ladenöffnungszeiten bei den Online-Giganten Amazon, Zalando & Co einkaufen? Ein eigener Online-Shop ist schnell gegründet, doch oft hält sich die Anzahl der Besucher und Bestellungen im überschaubaren Bereich.

Ergänzung zubestehenden Filialen

Die Cool Media GmbH, ein junges Wiener E-Commerce-Start-up, hat mit "Coolshop" eine digitale Lösung entwickelt, mit der der lokale Einzelhandel mit einer Kombination aus Online-Filiale und schlagkräftiger Werbung über lokale Medien Stärkung erfährt. Die Einzelhändler bekommen ab 99,90 Euro im Monat eine eigene Online-Filiale, einen Platz auf dem regionalen Marktplatz - bisher gibt es Shop-Tirol und Salzburg-Shop - und eine gewisse Zahl von Ad Impressions von einem regionalen Medienpartner.

"Wir sehen uns als Ergänzung zu bestehenden Filialen", sagt Johannes Meßner, CEO von Cool Media, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Über 230 Händler, die insgesamt über neun Millionen regional verfügbare Produkte anbieten, haben sich bis jetzt entschieden, Coolshop anzuwenden. Das Feedback sei sehr positiv, so Meßner. Was besonders gut ankommt: Mit einem Klick auf den "Abholen"-Button können Kunden Artikel reservieren und später direkt im Geschäft abholen. Das lukriert idealerweise auch zusätzliche Umsätze: "Manchmal entdecken die Kunden beim Abholen noch andere Artikel im Geschäft." Oder sie stoßen überhaupt erst über eine Bestellung auf dem Online-Marktplatz auf den stationären Shop. Das stärkt die Verbundenheit zum regionalen Einzelhandel. Die Medienpartner gewinnen Zugang zu ihren wichtigsten Kundengruppen - dem lokalen Einzelhandel und den Endkonsumenten. Grundsätzlich könne das Coolshop-Team digitale Komplettlösungen für Regionen in Europa binnen eines Monats ausrollen. Wien ist schon in der Pipeline.