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In seiner ruhigen Wohnung in Tel Aviv mit Blick auf das Meer verfaßt Uri Avnery seit Jahrzehnten seine umstrittenen Ideen zur Lösung des Nahostkonflikts. Bereits als Jugendlicher setzte sich | der israelische Friedensaktivist, Journalist und Schriftsteller unbeirrt für die Existenz eines palästinensischen Staates ein. Heute, Donnerstag, feiert er seinen 75. Geburtstag.
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1923 in dem deutschen Ort Beckum (Nordrhein-Westfalen) geboren, erlebte der junge Avnery, der damals noch Helmut Ostermann hieß, den allmählichen Machtaufstieg der Nazis. Diese
Kindheitserfahrungen hätten ihn bei seinem lebenslangen Kampf um den Frieden entscheidend geprägt, sagt er. Dank Avnerys Vater, einem überzeugten Zionisten, siedelte die gesamte Familie 1933 nach
Palästina um.
1950 kaufte Avnery das vor dem Bankrott stehende Familienmagazin "Haolam Hazeh" (Diese Welt) und machte es zu einem aggressiven Sprachrohr der außerparlamentarischen Opposition. Mehrere Male
wurden Bombenanschläge auf das Redaktionsgebäude verübt, einem Mordversuch konnte Avnery nur schwer verletzt entkommen. Als die Zeitung offiziell verboten werden sollte, gründete Avnery eine Partei
gleichen Namens, die er drei Legislaturperioden lang führte.
Avnerys Ideen, die selbst einem Teil der israelischen Linken extrem und unrealistisch erscheinen, stoßen auch bei den Arabern nicht selten auf Widerstand. In seinem 1967 erschienenen Werk "Israel
ohne Zionisten" sprach er sich für die Koexistenz eines israelischen und palästinensischen Staates aus. Die PLO reagierte mit einem Buch unter dem Titel "Uri Avnery and Neo-Zionism", das den Israeli
scharf angreift.
Der PLO-Vertreter in London, Said Hamami, mit dem Avnery 1974 erste geheime Kontakte aufnahm, wurde wegen seiner Aktivitäten von arabischen Extremisten ermordet. Weltweites Aufsehen erregte Avnery
1982, zu Beginn des Libanonkriegs, als er sich mit dem PLO-Chef und damaligen Erzfeind Israels, Yasser Arafat, traf. Diesem Treffen sollten noch mehrere folgen. In seinem populären Werk "Mein Freund,
der Feind" faßt er seine Begegnungen mit Arafat zusammen.
Trotz der allgemeinen Frustration der israelischen Linken seit der Regierungsübernahme Benjamin Netanyahus 1996, bleibt Avnery optimistisch. Er habe den Vorteil eines betagten Menschen, der weit
zurückblicken kann. "Der Verlauf der Geschichte liegt allein in unseren Händen." dpa
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