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Urlaub am Bauernhof -aber auf italienisch

Von Petra Medek

Wirtschaft

Die Österreicher lieben Urlaub in Italien - ebenso zählen Ferien am Bauernhof zu den Urlaubsfavoriten. Was liegt also näher, als diese beiden Vorlieben mit einem Aufenthalt in einem italienischen Landgasthaus zu kombinieren?


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Für den Erholungsurlaub im italienischen Binnenland bietet sich allerdings nicht nur die Toskana an. Auch die Emilia Romagna kann mit sattgrünen Ebenen und sanften Hügeln aufwarten. Die Region, traditionell für Badeurlaub an der Adria bekannt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als enorm vielfältig. Wer Zeit hat, sollte einen Blick wagen hinter die kilometerlangen Hotelreihen an der Küste und das Land von Don Camillo und Peppone für sich entdecken. Idealer Ausgangspunkt dafür ist einer der knapp 400 Landgasthöfe in der Region. Nicht nur Reiter, Wanderer oder Mountainbiker haben hier zahlreiche Möglichkeiten. Hier ein kleiner Streifzug durch die Highlights der Emilia...

Urbane Highlights

Da wären zunächst die Städte. Nebst touristischem Highlife bietet Rimini auch historisch wertvolle Gebilde wie den Arco di Augusto, den Augustusbogen oder die Ponte di Tiberio, die von Kaiser Tiberius erbaute und bis dato befahrene Brücke. Das lebhafte Bologna, die Stadt der Türme, bietet sich nicht nur für Adria-Badegäste bestens für einen Shoppingtour an. Die Hauptstadt der Emilia hat auch einiges in Sachen Kultur zu bieten: Vor allem die älteste Universität Europas, vor rund 900 Jahren gegründet, ist einen Besuch wert. Wer kann, sollte einen Blick in den hölzernen Seziersaal aus dem Jahr 1638 werfen. In diesem "Theatro Anatomico" hatte seinerzeit noch ein Dominikaner durch eine Ausnehmung an der Rückwand auf den Sezierenden ein scharfes Auge, damit Herz und Gehirn, die als Sitz der Seele galten, bei der Untersuchung unberührt blieben.

Wer es etwas weniger pathologisch mag, ist in einem der zahlreichen Kinos oder Museen - in der gesamten Region gibt es stattliche 200 davon - gut aufgehoben. Die Palette reicht vom Musei Civici (=städtisches Museum) in Bologna, das archäologisch Interessierte (unter anderem mit ägyptischen Exponaten) erfreut, bis zum Palazzo dei Musei in Modena, in dem gleich mehrere Museen untergebracht sind. Auch nach Ravenna unweit der Küste lohnt sich - allein der wunderschönen frühchristlichen Mosaike wegen.

Auch Motorsportfans kommen in der Emilia auf ihre Rechnung: In Maranello, einem Ort unweit von Modena, kann man in einem eigenen Ferrari-Museum neben der Teststrecke einige der rassigen Boliden bewundern. Nicht zu vergessen das Ducati-Museum in Bologna sowie die Rennstrecke in Imola.

Keine Spaghetti Bolognese

Nachdem der Wissensdurst gestillt ist, kann man sich umso zufriedener dem leiblichen Wohl widmen. Doch auch hier gilt: Parmesankäse und Parmaschinken sind zwar so berühmt wie delikat, aber es wäre schändlich, die Küche der Emilia Romagna auf ihre "Stars" zu reduzieren. Da wäre zunächst eine Vielzahl hochwertigster Weine. Die Enoteca Regionale, eine Art regionale Weingalerie in Dozza nicht weit von Imola, hat "nur" 500 Sorten auf Lager. Wer in einem Landgasthof in den Weinbergen urlaubt, wird aber auch Gelegenheit haben, den einen oder anderen Landwein zu verkosten. Ebenfalls aus der Emilia nicht wegzudenken ist der Aceto Balsamico, der geschmackvolle Essig aus dem Most der Trebbiano-Traube.

Doch Vorsicht: Wer in der Emilia Romagna Spaghetti Bolognese bestellt, wird auf Unverständnis stoßen. In der Region ist die Tomaten-Fleischsauce auf der Pasta als "Ragout" bekannt. Diese genießt man am besten gebettet auf der lokalen Nudelspezialität, wie zum Beispiel den Strozza Preti, also den "strangulierten Priesterkrägen" der Romagnoli, Einwohner der Romagna. Die Geschichte erzählt, dass die köstlichen Nudelröllchen ihren Namen von einer Pfarrersköchin haben, die, wann immer sie wütend war auf ihren Chef, den Pastateig kräftig auf der Arbeitsfläche klopfte und rollte.

Und wer den Köstlichkeiten der Emilia ausgiebig zugesprochen hat, freut sich nach dem Essen umso mehr auf einen Grappa und einen starken Kaffee - doch Achtung: keinen Cappuccino nach dem Essen bestellen; der Italiener ordert schlicht "un caffé", also einen kurzen Schwarzen.

Information und Anbieter

Für Selbstfahrer gibt es eine Reihe von aus Österreich buchbaren Unterbringungsangeboten an der Adria, zum Beispiel bei der zur TUI-Gruppe gehörenden Terra Reisen, Österreichs größtem Veranstalter für Autoreisen. Allein in der Emilia Romagna setzte Terra Reisen 2001 mit 50 Objekten für Badeurlauber rund 1,5 Mill. Euro um.

Im italienischen Binnenland ist bei Terra derzeit die Toskana buchbar, ab nächstem Jahr werden auch Landgasthöfe in der Emilia Romagna ins Programm genommen, kündigt Angelika Lindner von Terra Reisen an. "Agriturismo ist ein aktuelles Thema, die Gasthöfe in der Emilia werden preislich unter der Toskana liegen", erklärt Lindner.

Angebote an der Adria für Autofahrer gibt es beispielsweise auch bei ITS Billa Reisen, derzeit in insgesamt 8 Anlagen.

In einer ausführlichen und übersichtlichen Broschüre hat das Tourismusmanagement der Emilia die Agriturismo-Betriebe zusammengefasst. Geduldige erhalten diese beim italienischen Tourismusamt Enit: Tel.: 008000 48 25 42 (Prospektanforderung).

http://www.terra-reisen.com

http://www.itsbilla.at

http://www.enit.it