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US-Bankenplan enttäuscht Börsianer

Von WZ Online

Wirtschaft

Frankfurt. Nachdem der Rettungsplan für die angeschlagene Bankenbranche bei den Anlegern deutliche Skepsis hervorgerufen hatte, waren die wichtigsten US-Aktienindizes am Dienstagabend deutlich gefallen und hatten auch den deutschen Aktienmarkt bis zu dessen Handelsschluss in die Tiefe gerissen.


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Die Frankfurter Aktienbörse tendierte am Mittwoch im frühen Geschäft belastet von herben Kursverlusten an der Wall Street mit schwächeren Kursen. Der DAX sank bis 9.25 Uhr 25,36 Einheiten oder 0,56 Prozent auf 4.480,18 Zähler.

Marktteilnehmer vermissten in den Plänen, die Banken von faulen Krediten befreien, die private Kreditvergabe ankurbeln und Geldinstituten weitere Kapitalspritzen verschaffen sollen, konkrete Details und sprachen von Verunsicherung. "Marktteilnehmer haben wenig Klarheit in dem gestern vorgelegten Paket gefunden", sagte Matt Buckland, Händler bei CMC Markets in London.

Nach der Enttäuschung über den verabschiedeten US-Konjunkturpaket sackten die deutschen Bankaktien ins Minus. Commerzbank gaben mit einem Abschlag von 2,91 Prozent auf 3,670 Euro am deutlichsten nach. Deutsche Bank verloren etwas mehr als zwei Prozent.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sorgte ebenfalls für Wirbel unter den deutschen Börsianern: Laut einem Pressebericht will Steinbrück im SPD-Wahlprogramm die erneute Einführung einer Börsenumsatzsteuer festschreiben. Steinbrück habe die Steuer auf Börsengeschäfte nach britischem Modell bereits mit SPD-Chef Franz Müntefering besprochen, berichtet die "Rheinische Post" ohne Quellenangabe. Die Aktien der Deutschen Börse fielen um 2,57 Prozent auf 37,97 Euro und war damit der schwächste Wert im DAX. "Eine solche Steuer würde die Handelsaktivitäten deutlich senken", sagte ein Händler.

Stahlwerte wie ThyssenKrupp und Salzgitter legten hingegen leicht zu. Händler verwiesen auf das an der Börse positiv aufgenommene Ergebnis des weltgrößten Stahlkonzerns ArcelorMittal. Auch ein Bericht des "Platow-Brief", wonach ThyssenKrupp im ersten Quartal des Geschäftsjahres einen Vorsteuergewinn von rund 250 Millionen Euro erzielt haben soll, werde an der Börse begrüßt. "Analysten rechnen mit etwa 215 Millionen Euro", sagte ein Händler.