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USA fordern bei der WTO-Runde Abschaffung der Agrarsubventionen

Von Petra Medek

Wirtschaft

Für die Abschaffung landwirtschaftlicher Exportsubventionen sprach sich gestern US-Botschafterin Kathryn Walt Hall aus. Wenn Entwicklungsländern geholfen werden solle, vom Welthandel zu | profitieren, so müßten diese Unterstützungen beseitigt werden, kritisierte Walt Hall Europas Agrarunterstützungen.


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In diesem Punkt gebe es zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union deutliche inhaltliche Differenzen, die bei der am 30. November beginnenden Verhandlungsrunde der

Welthandelsorganisation (WTO) in Seattle im US-Bundesstaat Washington zur Sprache kommen würden. Mehr als 80% der landwirtschaftlichen Exportsubventionen weltweit kommen aus der EU, so die US-

Botschafterin gestern in einem Pressegespräch.

Walt Hall schlägt damit in die gleiche Kerbe wie US-Präsident Bill Clinton, der bereits angekündigt hatte, die Agrarsubventionen zu einem "Topthema bei der WTO-Runde" machen zu wollen. Die USA

subventionieren landwirtschaftliche Flächen mit 34 Dollar pro acre, während die EU mit 324 Dollar pro acre stützt, geht aus Erhebungen der OECD hervor.

Die EU-Agrarminister hatten bekräftigt, bei der WTO-Runde ihr System der hochsubventionierten Landwirtschaft zu verteidigen. Agrar-Ausgaben machen rund die Hälfte des gesamten EU-Budgets aus.

Daneben gebe es aber einige Punkte auf der Tagesordung, wie etwa soziale Aspekte des Welthandels, bei denen USA und Europa gleiche Ziele verfolgten, betonte Walt Hall. Die kommende WTO-Runde solle

nicht zu einem Marathon ausarten, sondern rasch zu Entschlüssen führen, die zur Liberalisierung der weniger offenen Märkte beitragen.