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USA setzen Terroristen stärker unter Druck

Von David Ignatius

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Der Autor war Chefredakteur der "International Herald Tribune". Seine Kolumne erscheint auch in der "Washington Post".

Die von den USA geführte Koalition verstärkt ihre Angriffe gegen die Terrormiliz des Islamischen Staats.


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In Zusammenarbeit mit immer mehr Partnern verstärken US-Sondereinheiten in Ostsyrien langsam den Druck auf die Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Angriffe zielen besonders auf Rakka ab, die selbsternannte Hauptstadt der Dschihadisten.

Der wichtigste Aspekt bei der Kampagne gegen den IS bleibt für das Pentagon, Operationen gegen potenzielle Ziele in den USA und anderen Staaten zu verhindern. Verschiedenen Quellen zufolge wurden bei US-Drohnenangriffen und anderen direkten Aktionen in den letzten 18 Monaten an die 100 IS-Kämpfer getötet, die im Ausland Kontakt zu Freiwilligen aufgenommen hatten, um Anschläge in den USA und anderen westlichen Staaten vorzubereiten. Um mehr Informationen zu erhalten, versuchen die USA, IS-Führer gefangenzunehmen. US-Kommandanten planen zudem auch Stoßtrupps im Irak, mit einer im Vorjahr von der US-Regierung genehmigten Sondereinheit, die aus 200 Personen besteht. Die Kampagne in Ostsyrien wiederum wird von rund fünfzig dort stationierten US-Sondereinheiten geleitet. Dazu kommen rund zwanzig französische Kommandos und etwa ein Dutzend britische. Sie arbeiten mit rund 40.000 kurdischen und arabischen Kämpfern aus Syrien zusammen, den Syrischen Demokratischen Streitkräften. Alle bis auf 7000 sind von der syrischen Kurdenmiliz YPG. US-Befehlshaber hoffen, das Personal ihrer Bodentruppen in Syrien bald auf etwa 300 aufstocken zu können, damit sich auch Sondereinheiten aus anderen Staaten, den Vereinigten Arabischen Emiraten zum Beispiel, dort einbringen können.

Bei den jüngsten Auseinandersetzungen mit dem IS wurden zwischen 75 und 100 von den USA unterstützte Kämpfer getötet und 250 bis 300 verwundet. Das systematische Vorgehen in Ostsyrien steht in starkem Gegensatz zum chaotischen Schlachtfeld im Westen des Landes, wo syrische Regimetruppen, unterstützt von Russland, Aufständischen gegenüberstehen, die von der CIA, der Türkei und Saudi-Arabien unterstützt werden. All diese Kräfte sind wiederum mit IS- und Al-Nusra-Dschihadisten konfrontiert. Darum ist der Waffenstillstand so brüchig.

Der IS breitet sich über den Irak und Syrien hinaus aus, und die USA folgen ihm mit ihrem Feldzug - aber bisher beschränken sich die USA dabei auf begrenzte, vereinzelte Operationen. In Somalia etwa haben US-Drohnen am Samstag ein Al-Shabab-Camp angegriffen und an die 167 Kämpfer getötet, die gerade ihre Ausbildung abgeschlossen hatten. Und in Libyen hatten US-Kampfflugzeuge im Februar ein IS-Trainingslager in Sabratha in der Nähe von Tripolis bombardiert und an die fünfzig Kämpfer getötet.

Die von den USA geführte Koalition fährt ihre Angriffe hoch und die Dschihadisten versuchen zurückzuschlagen - laut Quellen mit geplanten Terroranschlägen in Europa. Der IS wird zwar allmählich schwächer, aber er hält immer noch große Teile in Syrien, im Irak und nun auch in Libyen. Zudem unterhält er ein globales Terrornetzwerk und ist willens, chemische Waffen einzusetzen. Dem künftigen US-Präsidenten wird sich die Frage stellen, ob er die Kampagne Obamas gegen den Terror noch einmal verschärfen soll.

Übersetzung: Hilde Weiss