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USA: "Weiche Landung" durch Fed-Zinsentscheid?

Von Daniel Enskat, New York

Wirtschaft

Heute und morgen tagt in Washington das so genannte Federal Open Market Committee (FOMC), der geld- und währungspolitische Arm der US-Notenbank (Fed). Ökonomen rechnen allgemein mit einer Senkung des Leitzinssatzes um weitere 50 Basispunkte. Doch welche Auswirkungen haben Zinssenkungen auf die Aktienmärkte und können sie der US-Wirtschaft die erhoffte "weiche Landung" verschaffen?


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Zwischen Juni 1999 und Mai 2000 erhöhte das FOMC den Leitzinssatz, diejenige Zinsrate, die Banken untereinander für Kredite über Nacht veranschlagen, sechs Mal, um einer möglichen Überhitzung der US-Konjunktur entgegenzuwirken. Vorbei scheinen diese glorreichen Zeiten. Nach der deutlichen Abkühlung der US-Wirtschaft in den letzten Monaten, hatte die Fed Anfang Januar 2001 völlig überraschend die Zinsen um 50 Basispunkte auf 6% gesenkt, um nunmehr einer Rezession vorzubeugen, obwohl dieses Wort geflissentlich vermieden wurde.

Vergangene Woche konstatierte Notenbankpräsident Alan Greenspan vor dem Haushaltsausschuss des Senats "derzeit fast ein Nullwachstum der US-Wirtschaft". Seit Greenspans Kommentaren gilt unter führenden Ökonomen eine weitere Senkung des Leitzinssatzes um 50 Basispunkte als fast sicher. Viele Analysten sind ebenso sicher, dass die wahrscheinlich bevorstehende Zinssenkung schon an den Märkten eingepreist ist, und somit kurzfristig keine Wirkung zeigen wird. Das liegt allerdings auch nicht in ihrer Natur: Zinssenkungen haben an den Börsen traditionell vor allem mittel- und langfristige Wirkung. Die Hoffnungen der Anleger und Investoren auf eine "weiche Landung" der US-Wirtschaft konzentrieren sich neben der Zinssenkung auch auf das Steuersenkungspaket ihres neuen Präsidenten, George W. Bush. Die Kombination könnte problematisch werden: Geringere Steuern köönnten in der zweiten Hälfte des Jahres erneut Inflationsgefahren schüren.