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Vatikan klagt über "Illoyalität"

Von Rainer Mayerhofer

Europaarchiv

Korruptionsvorwürfe und Berichte über angebliche Mordkomplotte.


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Vatikan. Nach Berichten über Korruptionsvorwürfe und angebliche Mordkomplotte beklagte Vatikan-Pressesprecher Pater Federico Lombardi am Dienstag in einem Kommentar auf der Website von Radio Vatikan, dass es traurig sei, dass auf "illoyale Weise" interne Dokumente des Vatikans veröffentlicht würden, um Chaos zu schüren.

Lombardi hatte die Gerüchte über ein angebliches Mordkomplott gegen den Papst als reine Phantasie abgetan, tatsächlich basieren sie aber auf einem Bericht des emeritierten Kurienkardinals Dario Castrillon Hoyos. Zuvor hatten bereits Berichte über Korruption und Machtmissbrauch im Vatikan, die sich auf zwei Briefe des ehemaligen Generalsekretärs des Governatorats der Vatikanstadt, Erzbischof Carlo Maria Vigano, stützten, für Missstimmung in der Kurie gesorgt. Vigano wurde in der Zwischenzeit als Apostolischer Nuntius in die USA versetzt.

Die von Vigano in den Briefen an Papst Benedikt XVI. aufgezeigten Missstände könnten das Anliegen des Vatikans gefährden, von der EU in die "weiße Liste" jener Staaten aufgenommen zu werden, die alle Kriterien im Kampf gegen Geldwäsche, organisiertes Verbrechen und Drogenhandel erfüllen. Eine Entscheidung darüber soll im Juni fallen.

Diese Frage ist dem Papst ein besonderes Anliegen und er hat deshalb am 30. Dezember 2010 per Motu proprio - einem apostolischen Schreiben des Papstes - eine interne wirtschaftliche Kontrollstelle des Heiligen Stuhls geschaffen, deren Arbeit Staatssekretär Tarcisio Bertone untersteht. Im Vatikan gibt es jedoch heftige interne Rivalitäten, die das Projekt zum Scheitern bringen könnten. Kardinal Bertone ist nicht unumstritten. Seine Gegner werfen ihm Günstlingspolitik bei der Vergabe von wichtigen Ämtern vor.