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VCÖ: "Schweiz als Vorbild"

Von Hans Polyak

Wirtschaft

4,4 Mrd. Euro betragen die Kosten, die jährlich in Österreich durch den Straßengüterverkehr entstehen. Für bescheidene 887 Mill. Euro kommt der Lkw-Verkehr selber auf.


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"3,5 Mrd. Euro müssen seitens der Allgemeinheit berappt werden. Der Lkw-Verkehr belastet damit jeden Österreicher mit 435 Euro im Jahr. Der Verkehrsclub Österreich fordert aus diesem Grund Maßnahmen, die zu einer erhöhten Kostendeckung des Lkw-Verkehrs führen", sagte am Donnerstag VCÖ-Forscher Wolfgang Rauh - denn auch nach der Einführung der Lkw-Maut am 1. Jänner 2004 bleibe Österreich ein "Billigland für den Lkw-Verkehr".

Er will das Schweizer Mautsystem realisiert haben. "Das dortige einheitliche Mautsystem für das gesamte Straßennetz hat einen Rückgang der Lkw-Fahrten um mehr als 5% zur Folge gehabt. In Österreich hingegen ist der Lkw-Verkehr seit 1995 um 30% gestiegen", kritisiert Rauh. "In der Schweiz werden gleich zwei Drittel der Mauteinnahmen für den Ausbau der Bahn verwendet", ergänzt der Schweizer Verkehrsexperte Adrian Schmid. Rauh bedauert, dass "die derzeitigen EU-Richtlinien das Schweizer Modell nicht zulassen". "In den EU-Mitgliedstaaten darf nur das hochrangige Straßennetz - das sind Autobahnen, Schnellstraßen und zum Teil Ballungszentren - bemautet werden. Ausgenommen sind jedoch die Bundesstraßen", bemängelt Christian Gratzer vom VCÖ, der für Veränderungen bei der EU-Wegekostenrichtlinie eintritt und die Österreicher auffordert, via ein E-Mail an EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio zu schicken. Für Wolfgang Rauh wäre "ein weiterer, wichtiger österreichischer Beitrag zur Senkung des Lkw-Wachstums die Erhöhung der Dieseltreibstoffsteuer". "In Deutschland ist sie pro Liter um 15 Cent, in der Schweiz sogar um 25 Cent höher. Wir fordern eine Erhöhung von 9 Cent. Dafür sollte die Kfz-Steuer für Laster von 4.100 auf 2.000 Euro gesenkt werden", schlägt Rauh vor.

http://www.vcoe.at .