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Real Madrid gewinnt das CL-Finale.
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Besondere Brisanz oder Fadesse? Vor dem Finale der Champions League wusste man nicht so recht, wie man die Tatsache einschätzen sollte, dass der Bewerb zum ersten Mal in der Geschichte in einem reinen Stadtderby entschieden werden sollte. Wem die Endspielbegegnung der beiden deutschen Mannschaften Borussia und Bayern im vergangenen Jahr schon spanisch vorgekommen war, der weiß es nun jedenfalls besser. Und ganz ehrlich: Atlético Madrid gegen Real Madrid kann man ja als madrilenischer Fußball-Fan wirklich billiger haben, als dafür nach Lissabon reisen zu müssen.
Doch was tut man nicht alles, wenn es um Europas Fußball-Krone geht, noch dazu, wo diesem Duell aus vielerlei Gründen eine besondere Brisanz innewohnt: Hier der Arbeiterverein aus dem ärmeren und ethnisch durchmischten Süden der spanischen Hauptstadt (der seine Vergangenheit als Francisco Francos früherer Lieblingsklub so gerne leugnet), dort das königliche Real, das mit Stars à la Cristiano Ronaldo und Gareth Bale protzt. Oder auch: Temperament, Kampf und Leidenschaft auf der einen Seite, individuelle Superklasse auf der anderen Seite; das gibt durchaus was her, auf das man sich freuen konnte.
Und die großen Erwartungen, die in dieses Endspiel gesetzt wurden, erfüllten sich dann auch zum Großteil. Dass spielerische Glanzlichter nicht unbedingt im finalen Höhepunkt eines Bewerbs gesetzt werden, ist einerseits nichts Neues und liegt eben immer auch an der Stärke des Gegners. Wenn Finalduelle als große Spiele im Gedächtnis bleiben, hat das aber vor allem mit anderen Dingen zu tun als mit reiner spielerischer Brillanz: Mit Dramaturgie, mit Spannung, mit Kampf bis zum Umfallen. Das alles hatte dieses Spiel zu bieten – im wahrsten Sinne des Wortes. In den kommenden Tagen werden die Physiotherapeuten und Ärzte auf beiden Seiten sich wohl vor Arbeit nicht erwehren können.
Dass Real sich am Ende mit 4:1 durchsetzte, war zwar vielleicht ein wenig zu hoch, aber letztlich verdient – auch wenn man Atlético, das die Stars der Gegenseite zumindest in der ersten Hälfte nicht zur Entfaltung kommen ließ, selbst in Führung ging, sich dann in der Drangphase Reals lange tapfer wehrte, erst in der Nachspielzeit das 1:1 kassierte und in der Verlängerung körperlich einfach nichts mehr nachzusetzen hatte, den Sieg vergönnt hätte. Doch tragische Helden – auch das ist ein unverzichtbarer Bestandteil von großen Finalspielen.
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