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Verhalten, mit negativem Ausklang

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

In der letzten Maiwoche, die um den Fronleichnams-Feiertag verkürzt war, scheint am Wiener Aktienmarkt die Frühjahrsmüdigkeit ausgebrochen zu sein. Bei anhaltend geringer Volatilität über weite Strecken und relativ geringen Umsätzen schwächte sich der Leitindex ATX um 1,63% ab.


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Damit lag Wien im Trend der internationalen Aktienmärkte. International machte sich Skepsis über die Nachhaltigkeit des Wirtschaftsaufschwungs insbesondere in den USA breit. Zur pessimistischen Stimmung haben aber auch die europäischen Konzerne ihr Scherflein beigetragen. An vorderster Front steht hier die Deutsche Telekom. Abgesehen vom enormen Quartalsverlust sorgte auch die Unternehmensstrategie bei den Aktionären und Marktteilnehmern für Unmut. International verzeichneten zuletzt in erster Linie die Aktien von Telekomunternehmen, von Öl- und Gaskonzernen und von Mediengesellschaften kräftige Kursverluste. An der Wiener Börse war das Geschehen vor dem Feiertag ruhig. Auch der Freitag, der Fenstertag, schien an das gewohnte Bild anzuschließen. In den letzten fünfzehn Handelsminuten wurde es allerdings noch richtig hektisch, denn ein massiver Verkaufsdruck drückte den ATX plötzlich um 14 Punkte oder mehr als 1% nach unten. Begründet wurde dies mit der Streubesitz-Gewichtung in den MSCI-Indizes, wo einige Wiener Titel ein wenig an Gewicht verlieren.

Der Leitindex ATX schloss die letzte Maiwoche mit 1.301,71 Punkten um 1,63% unter dem Vorwochenschluss, der weiter gefaßte ATX Prime gab um 1,35% auf 674,69 Zähler nach. Der WBI als Indikator für den Gesamtmarkt beendete die Woche mit 518,84 Punkten, was einen Rückgang um 1,05% bedeutet. Während sich also der Gesamtmarkt etwa im selben Ausmaß wie die wichtigsten Eurolandbörsen abgeschwächt hat, konnten die im ViDX abgebildeten wachstums- und technologieorientierten Titel ihr Niveau (plus 0,13% auf 850,95) halten.

Im prime market konnten RHI noch ein Plus von 3,6% über die Runden retten. Das RHI-Management bestätigte neuerlich, den turnaround zu schaffen, was auch von Analysten als möglich erachtet wird. Angenehm überrascht hat der Cateringspezialist Do & Co, der mit einem Plus von 8,5% einen neuen Jahreshöchstwert erzielte. Freundlicher waren auch CyberTron, UNIQA, Constantia-Verpackungen, Jenbacher und Semperit sowie die ATX-Titel Böhler-Uddeholm, BWT und Verbund. Kräftig verloren haben hingegen Wolford (-8,8%), BETandWIN.com (-7,2%) und die zuletzt stark gestiegene BBAG (-6,2%). Ein Minus von 3 bis 4% eingefahren haben Hirsch Servo, SW Umwelttechnik und die ATX-Werte OMV, Mayr-Melnhof, Erste Bank sowie Generali.

Bei den im standard market zu fortlaufenden Kursen notierten Werten konnten Porr Vorzug um 3,1% und bauMax um 2% zulegen. Freundlich notierten auch Wiener Städtische (+1,7%). Die Kursrückgänge waren kaum die Rede wert. Von den im selben Marktsegment notierten Aktien zu Einheitskursen bröckelten lediglich BTV Vorzug (-11%) stärker ab. Von einem extrem niedrigen Niveau ausgehend kletterten die Aktien der Performance AG um rund 79% auf nunmehr 68 Cent. Ottakringer Stamm zogen zunächst um 30% auf ein neues Jahreshoch von 65 Euro an. Der Wochenschluß mit 60 Euro bedeutete aber noch immer ein Plus von 20%. Freundlich präsentierten sich auch UBM Real Vorzug (+10,3%), IFE (+7%) und Miba (+6,5%).

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse"