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Verkauf des Kupfer-Geschäfts?

Von Karl Leban

Wirtschaft

Heißes Gerücht um börsenotierten Mischkonzern A-Tec. | Kovats: "Keine Ahnung, woher das kommt." | Wien. Um die A-Tec Industries, den Mischkonzern des Industriellen Mirko Kovats, ranken sich neue Gerüchte. Dem Vernehmen nach steht Firmenboss Kovats in Verhandlungen mit der KME Group, einem italienischen Kupferverarbeiter. Konkret soll es um den Verkauf der jüngsten Akquisitionen von A-Tec gehen - um die Anteile an den beiden Kupferhütten Cumerio (25 Prozent) und Norddeutsche Affinerie (gut 15 Prozent), aber auch um die Tochter Montanwerke Brixlegg.


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Die Runde macht dieses Gerücht in italienischen Finanzkreisen. Bei allen Beteuerungen, langfristig investiert sein zu wollen, soll Kovats über seine A-Tec lediglich als "Strohmann" für den KME-Konzern tätig sein, was die Kupferbeteiligungen betrifft.

Wie es heißt, könnte der Deal mit den Italienern bereits in den nächsten Wochen über die Bühne gehen. Spekuliert wird sogar mit der Bekanntgabe rund um die Präsentation der A-Tec-Halbjahreszahlen kommenden Dienstag.

Kovats dementiert die Gerüchte. Über eine Sprecherin ließ der schillernde Unternehmer am Donnerstag ausrichten: "Ich habe keine Ahnung, woher die kommen. Sie entbehren jedenfalls jeder Grundlage." In der A-Tec stehe ein Verkauf der Montanwerke Brixlegg und der Kupfer-Beteiligungen in Belgien und Deutschland nicht zur Debatte.

Bei der KME Group, die aus dem Zusammenschluss von Kupferverarbeitern in Italien, Deutschland, Frankreich, Spanien, England sowie durch Joint-Ventures und Neugründungen in China hervorgegangen ist, hieß es nur: "Gerüchte kommentieren wir nicht." Dem Konzern wird in der Branche jedoch nachgesagt, an einer "vertikalen Integration" von Kupferproduzenten, die der Wertschöpfungskette vorgelagert sind, brennend interessiert zu sein.

Großer Player im Sektor Das Unternehmen - es hat seinen Sitz in Florenz - verarbeitet rund 670.000 Tonnen raffiniertes Kupfer pro Jahr (zu Industrieprodukten wie etwa Rohre, Draht oder Kabel). 2006 setzte es mit 6900 Mitarbeitern 3,6 Mrd. Euro um. Die Firma gehört rund 13.000 Aktionären.

Der nun angeblich bevorstehende Verkauf des Kupfer-Portfolios der A-Tec wäre in der Art der Geschäftsabwicklung typisch für Mirko Kovats. Die Vorgangsweise wäre die gleiche wie vor Jahren beim Schweizer Technologie-Konzern Oerlikon (vormals Unaxis), wo Kovats, aber auch sein Partner Ronny Pecik als "Platzhalter" für den russischen Multimilliardär Viktor Vekselberg tätig waren, oder bei dem österreichischen Anlagenbauer VA Tech, wo Kovats seine Anteile rasch an Siemens verkaufte.

Kupfer gilt momentan als einer der weltweit begehrtesten Rohstoffe. Eine große Konsolidierungswelle bahnt sich in der Branche an. Derzeit liefert sich die A-Tec zumindest nach außen hin eine Bieterschlacht mit der Norddeutschen Affinerie um die Vorherrschaft in der europäischen Kupferindustrie. Die Affinerie will Cumerio schlucken, als Aktionär beider Unternehmen hat sich Kovats quer gestellt, zuletzt aber Einlenken signalisiert. Welche Pläne er wirklich verfolgt (und ob dabei auch die KME eine Rolle spielt, bleibt abzuwarten.