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Verkaufssignale für Bösendorfer

Von Karl Leban

Wirtschaft
Für Wohlklänge weltberühmt - Bösendorfer. Foto: Bösendorfer

Bieterverfahren nach Bawag-Closing. | Produktion soll in Österreich bleiben. | Wien. Sobald der Verkauf der Bawag an das Konsortium des US-Fonds Cerberus endgültig abgeschlossen ist, wird das Verkaufsverfahren für den Wiener Klavierbauer Bösendorfer neu aufgerollt. Schon kurz nach dem Closing im Frühjahr könnten die künftigen Bawag-Eigentümer den Bieterprozess starten. Die Tochter Bösendorfer ist zwar ein traditionsreiches, aber defizitäres Unternehmen - und gehört nicht zum Kerngeschäft der Bawag.


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"Wir haben starke Signale, dass es nach dem April weitergeht", sagt Bösendorfer-Chef Alfred Zellinger. Er betont aber, dass das Thema Verkauf - sobald es aktuell ist - besonders sensibel gehandhabt werden soll. Das sei im Vorfeld zugesichert worden, so Zellinger zur "Wiener Zeitung". Hier gehe es vor allem um den Erhalt des gut eingeführten Namens und eine Garantie für die Produktion in Österreich. Bösendorfer, 1828 gegründet, beschäftigt in seiner Fabrik in Wiener Neustadt rund 150 Mitarbeiter (mit dem Personal am Wiener Firmensitz sind es insgesamt 180).

Der Verkaufsprozess für Bösendorfer war heuer bereits im Laufen, ehe er zur Jahresmitte wegen des notwendig gewordenen Bawag-Verkaufs wieder auf Eis gelegt wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Bawag dem Vernehmen nach 26 unverbindliche Angebote auf dem Tisch. Zellinger spricht darum von einer "angenehm hohen Zahl ernsthafter Interessenten".

Dem Kreis der Bieter sollen zum Beispiel das japanische Klavierhaus Yamaha, der oberösterreichische Klavierbauer Weinberger und die Wiener Beteiligungsgesellschaft UIAG angehören - aber auch Ex-Bösendorfer-Manager Christian Höferl (mit Partner Colin Taylor von Brodman Pianos).

Wieder mehr Geschäft

Indes dürfte die Absatzflaute der letzten Jahre vorbei sein. Laut Zellinger konnten heuer 331 Flügel verkauft werden - um über 10 Prozent mehr als 2005 (292). "Der Umsatz wird eine noch höhere Steigerung aufweisen", kündigt der Bösendorfer-Chef an. Und auch das Ergebnis werde 2006 "deutlich besser" sein.