Zum Hauptinhalt springen

Vermögen der Privaten wuchs um 5,4 Mrd. Euro

Von Rosa Eder

Wirtschaft

Die Österreicherinnen und Österreicher haben im ersten Quartal 2004 viel Geld ausgegeben, um ihr Vermögen zu vermehren. 5,4 Mrd. Euro betrug laut Experten der Zuwachs bei der Geldvermögensbildung - ein neuer Höchstwert.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 19 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Im vierten Quartal 2003 waren es noch 3,4 Mrd. Euro gewesen, berichtete die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) gestern. Den Bestand an Geldvermögen der privaten Haushalte gibt die OeNB mit rund 311,3 Mrd. Euro an. "Wertpapiere und Pensionsvorsorgeprodukte boomen", so die Experten. 2,7 Mrd. Euro - also die Hälfte des Zuwachses im 1. Quartal - flossen in Wertpapiere, davon wiederum rund 1,2 Mrd. Euro in die steuerlich begünstigten Wohnbauanleihen der heimischen Banken. (Anm.: Bei diesen Anleihen sind die Zinsen von bis zu 4% von der Kapitalertragsteuer befreit. Der Erstanschaffungspreis kann im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung als Sonderausgabe von der Steuer abgesetzt werden.)

Mit 1,2 Mrd. Euro erwarben die Privatanleger ein doppelt so hohes Volumen an Investmentzertifikaten wie im 4. Quartal 2003. Die Nachfrage konzentrierte sich auf die risikoärmeren Rentenfonds und gemischten Fonds. Die Neuinvestitionen in börsenotierte Aktien betrugen rund 300 (nach 131) Mio. Euro, das sind bereits 75% der Aktienveranlagungen des Jahres 2003. Die Ansprüche gegenüber Versicherungen wuchsen um rund 1,7 Mrd. Euro, wovon rund zwei Drittel auf Lebensversicherungen entfielen. Zusätzlich stiegen die Pensionskassenansprüche um knapp 200 Mio. Euro, wie die Nationalbank weiter mitteilte.

Auf der anderen Seite verschuldeten sich die privaten Haushalte im 1. Quartal mit 900 Euro um ein Drittel stärker als im Vorquartal. "Wie in den vergangenen Quartalen waren die Wohnbaukredite, die überwiegend in Fremdwährung denominiert sind, mit einem Zuwachs von knapp 1 Mrd. Euro für diese Entwicklung verantwortlich", so die Nationalbank.

Noch mehr sparen

27% der österreichischen Bevölkerung über 15 Jahre wollen auf Grund der Diskussion um die Pensionsreform mehr sparen und veranlagen, geht aus einer Studie hervor, die Raiffeisen Capital Management (RCM) gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Fessel-Gfk im April durchgeführt hat.

Besonders sparwillig zeigen sich die Angehörigen jüngerer Altersgruppen. So gaben 42% der 20- bis 29-Jährigen an, in Zukunft mehr auf die Seite legen zu wollen. Die Marktbeobachtungen der Raiffeisen Capital Management bestätigen diesen Trend. "Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge erfreut sich unter unseren jüngeren Kunden einer großen Beliebtheit", erläutert Geschäftsführer Andreas Zakostelsky. 61% der befragten Österreicher wollen nicht auf die Pensionsreform-Diskussionen reagieren. "Dies ist insofern berechtigt, als 58% der Befragten bereits unterschiedliche Produkte für private Vorsorgezwecke abgeschlossen haben", erläuterte Fessel-GfK-Geschäftsführer Rudolf Bretschneider.