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Verschollen im Herrgottswinkel

Von Judith Belfkih

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Aus den Augen, aus dem Sinn. Dieses sonst eher für Freundschaften und Liebesbeziehungen geltende Sprichwort gilt erschreckend oft auch für Objekte in heimischen Museen. Einmal verliehen und gleich verloren - zu diesem Resultat kam ein Rohbericht des Rechnungshofes, der die lange Zeit für vier österreichische Landesmuseen geltende Verleihpraxis nun heftig kritisiert.


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Unter Beschuss gerieten dabei laut "Standard" das Oberösterreichische Landesmuseum, die Residenzgalerie Salzburg, das Tiroler Landesmuseen und das Wien Museum. Insgesamt verliehen die Einrichtungen "mehr als 6000 Objekte zur Ausschmückung von Amtsräumen, Büros, Pfarren, Krankenzimmern und Hörsälen. Rund 600 dieser Objekte waren nicht auffindbar." Oft existieren für die Verleihe keine Verträge, oft liegen sie lange Zeit zurück. Und so manches Stück wurde bei diversen Inventuren letztlich im eigenen Keller wieder aufgestöbert.

Wo auch immer die Kulturgüter geblieben sein mögen, ihre Abwesenheit zeigt Licht und Schatten des Umgangs mit dem vielfältigen kulturellen Erbe einer Kulturnation. Zum Positiven, wie selbstverständlich Kunst und Kultur ihren Platz im Alltag haben, in sonst kargen Krankenhäusern und Amtsräumen präsent sind. Und aber auch wie leichtfertig mit einem Gut umgegangen wird, von dem wir glauben, es im Übermaß zu besitzen. Bis die Lager plötzlich leer sind.