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Versöhnliche Töne im Atomstreit

Von Arian Faal

Politik

Iran kündigt neue Vorschläge an. | Peres: Keine militärische Lösung. | Teheran/Wien. Jahrelang war er in einer Sackgasse, doch nun kommt Bewegung in den Atomstreit zwischen Teheran und dem Westen: Irans Präsident Mahmud Ahmadinejad hat am Mittwoch und Donnerstag mit ungewöhnlich freundlichen Worten aufhorchen lassen: "Wir haben ein Paket vorbereitet, das die Grundlage zur Lösung des iranischen Nuklearproblems sein könnte", sagte er. Die Vorschläge würden bald präsentiert und der Welt "Frieden und Gerechtigkeit" garantieren. Auch ein Schlussstrich unter die Vergangenheit und ein neuer Zugang zum Konflikt stünden unmittelbar bevor. Unantastbar hingegen bleibe für den Iran das Recht auf Urananreicherung, so Ahmadinejad weiter.


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Diese konzilianten Worte dürfen als Antwort auf das jüngste US-Gesprächsangebot interpretiert werden. Sogar einen generellen Neuanfang in den Beziehungen zu den USA lehnt Ahmadinejad nun nicht mehr kategorisch ab. Sehr zur Freude der Amerikaner, die seit Amtsbeginn von Barack Obama eine neue Iran- Politik eingeleitet haben und sich für eine Wiederaufnahme der direkten Gespräche zwischen Teheran und Washington einsetzen.

Auch von ganz anderer Seite kamen versöhnliche Nachrichten. Israel plant nach den Worten des Staatspräsidenten Shimon Peres keinen Angriff auf den Iran - ungeachtet der Furcht vor einer Aufrüstung Teherans mit Nuklearwaffen. Das Bemühen um einen Dialog mit dem Iran sei auch in Israels Interesse, unterstrich Peres bei einem Treffen mit dem US-Sondergesandten für den Nahen Osten, George Mitchell.

Kritik an Ahmadinejad

Von Frieden und Neubeginn spricht auch Ahmadinejads Widersacher bei den Präsidentschaftswahlen, der Reformer Mir Hossein Moussavi. Er kritisierte die umstrittenen verbalen Angriffe auf Israel und die Holocaust-Leugnung des Präsidenten ebenso wie dessen Wirtschafts- und Außenpolitik. Bei einer Wahlkampfsveranstaltung in Teheran versprach Moussavi seinen Anhängern, im Iran aufzuräumen. Eine Leugnung des Holocaustes werde es unter ihm nicht geben.