Zum Hauptinhalt springen

Versuche mit Ultraschall

Von Georg Breuer

Wissen

Die chirurgische Behandlung von Blutungen tief im Inneren des Körpers oder im Gehirn ist schwierig und riskant. Man muss dazu den Körper öffnen und mit den Instrumenten tief eindringen. Dabei können leicht gefährliche Nebenwirkungen und Effekte entstehen.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 23 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Wissenschafter der University of Washington in Seattle, USA, arbeiten deshalb an der Entwicklung einer Methode zur Behandlung von inneren Blutungen mit Ultraschall, die ohne Öffnung des Körpers möglich ist.

Starker Ultraschall verursacht vermehrte Bewegung des Blutes. Dabei werden die Blutplättchen aktiviert. Sie beginnen, miteinander zu verkleben und Klümpchen zu bilden, und sie kleben auch an den Wänden der Blutgefäße, so dass schadhafte Stellen verschlossen werden. Laborversuche an Gewebeproben haben vor kurzem laut "New Scientist" (3. Juni 2000) gezeigt, dass eine derartige Aktivierung der Blutplättchen tatsächlich funktionierte.

Das Problem bei dieser Methode besteht darin, dass der Ultraschall auch in gesunden Blutgefäßen die Bildung von Pfropfen auslösen könnte, die das Gefäß verstopfen. Man muss deshalb gezielte Ultraschall-Strahlen von mehreren Seiten her auf die schadhafte Stelle richten, so dass nur dort die gemeinsame Wirkung dieser Strahlen stark genug ist, um die Plättchen zu aktivieren.

Jeder einzelne dieser Strahlen sollte so schwach sein, dass er allein in einem Blutgefäß keine Propfenbildung auslösen kann. Ob das in der Praxis tatsächlich so funktioniert, soll nun in Tierversuchen erprobt werden.