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Auch ich bin, wie mein Kollege Manfred A. Schmid gestern an dieser Stelle über sich selbst bekannt gegeben hat, nicht mit Albert Hosp verwandt. Dieses unser Schicksal wiegt nicht weiter schwer, denn wir Hosp-Fans lauschen seinen Einleitungen, Ausführungen, Überleitungen regelmäßig mit Freude auf Ö 1. Am Donnerstag - mein Gemüt war umwölkt von ein bisschen zu viel Wein am Vorabend und von den allzu rapiden Wetterumschwüngen - hatte Doktor Hosp im "Pasticcio" Aufmunterndes auf dem CD-Sektor zu bieten, das die Düsternis des Tages als nur scheinbare entlarvte. Gerald Moore singt auf der 1999 bei Testament erschienenen CD "The Unashamed Accompanist" Schumanns "Ich grolle nicht". Nach diesem Hörerlebnis kann niemand mehr grollen.
Was die TV-Welt anbetrifft, war das einschneidendste Erlebnis der letzten Tage aus meiner Sicht nicht die Wiederaufnahme von "Taxi Orange". Wesentlich beeindruckender war, dass kurz vor halb acht das ansonst stets stabile Bild meines treu dienenden Fernsehers flimmerte oder besser flackerte. Diesem zuerst nicht weiter beachteten irregulären Verhalten folgte ein gänzlicher Bildausfall auf dem Fuß.
Hierauf stieg kurz blaugrau gefärbter Rauch zur Decke auf. Für einen Moment hatte sich der Fernseh-Kasten vom bloßen Medium zum Darsteller gewandelt. Schwarz und nach verbranntem Plastik stinkend stand er vor mir. Ich schaute ihn fragend an, doch er beschränkte seine Mitteilungen auf bloße Verweigerung. Sein unkommunikatives Verhalten erinnerte mich ein bisschen an meine patzig pubertierende Nichte.
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