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Verwirrung beim Lampen-Kauf

Von Sophia Freynschlag

Wirtschaft
Röhre oder Spirale? Energiesparlampen werden in vielen Varianten angeboten.
© © Carmen Steiner - Fotolia

Beim Kauf sollte auf Leistung, Form, Sockel und Lichtfarbe geachtet werden.


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Wien. Wer vor dem Lampenregal im Baumarkt oder im Einrichtungshaus steht, findet sich oft ohne Hilfe nicht zurecht - zu groß ist die Auswahl an verschiedenen Formen, Lichtfarben und Leuchtstärken bei Energiesparlampen.

Seit der schrittweisen Abschaffung der Glühbirne - ab September 2012 werden auch die letzten Glühlampen aus dem Handel verschwinden - haben die Hersteller viele unterschiedliche Energiesparlampen auf den Markt gebracht, beobachtet Susanne Schenk von der heimischen Baumarktkette Baumax. "Der Beratungsaufwand ist bei uns gestiegen", so Schenk.

Lichtstärke wird statt in Watt in Lumen gemessen

Was Konsumenten wohl als Erstes auf der Verpackung ins Auge sticht: Statt der gewohnten Watt informiert nun der Lumenwert, wie viel Licht eine Lampe abgibt. Energiesparlampen (auch Kompaktleuchtstofflampen genannt) schaffen rund 50 Lumen pro Watt Lichtausbeute, die LED-Lampen bis zu 60 Lumen pro Watt und Glühbirnen gerade einmal 15 Lumen pro Watt.

Ein Rechenbeispiel: Eine 60-Watt-Glühlampe hat eine Lichtleistung von etwa 710 Lumen. Teilt man diesen Wert durch die elektrische Leistung von 60 Watt, so erhält man einen Wert von rund 12 Lumen pro Watt. Eine 100-Watt-Glühbirne hingegen kann durch eine Energiesparlampe mit rund 20 Watt ersetzt werden.

Abgesehen von der Helligkeit muss darauf geachtet werden, dass die Lampe in die Fassung passt - ob sie einen Schraubsockel (E14 für Luster, E27 für Schraubfassungen) oder Stecksockel haben soll. Darüber hinaus muss die Form der Lampe - ob Birne, Spirale, Kerze, Tropfen oder Röhre - passen.

Konsumentenschützer raten zu Markenprodukten

Mirko Bernhard vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) empfiehlt, Markenlampen zu kaufen, beispielsweise von Osram, Philips oder Megaman. "Günstige Kompaktleuchtstofflampen um ein bis zwei Euro halten meist nicht sehr lange", sagt der Experte.

Die auf der Verpackung angegebene Lebensdauer der Lampe stimmt nicht immer, wie ein Test des VKI im Oktober dieses Jahres ergeben hat: Sechs von zwölf Leuchten hielten nicht einmal 6000 Stunden durch, obwohl 6000 bis 15000 Stunden Brenndauer versprochen wurden.

Der VKI-Experte rät Konsumenten, die Rechnung aufzuheben und auf der Fassung das Datum zu notieren, wann die Energiesparlampe eingesetzt wurde. "Falls die Lampe kürzer hält als auf der Verpackung angegeben, kann man sie beim Hersteller reklamieren", sagt Bernhard.

Beim Kauf sollte auch darauf geachtet werden, in welchen Räumen die Lampe leuchten soll. Warmweiße Lampen (2700 Kelvin) spenden angenehmes Licht in Wohnräumen, eine kalte Lichtfarbe wie Tageslichtweiß (rund 5700 Kelvin) eignet sich ideal für Arbeitsräume.

Zudem muss die Anlaufzeit beachtet werden, bis die Lampe voll leuchtet. Eine Energiesparlampe kann bis zu einer Minute brauchen, bis sie mit ihrer maximalen Helligkeit leuchtet - daher sollte sie auch nicht in Räumen eingesetzt werden, wo das Licht häufig für kurze Zeit ein- und abgeschaltet wird. "Beim Kellerabgang würde ich keine Energiesparlampe verwenden, sondern eine LED-Lampe", sagt Bernhard.

Lampen nicht im Hausmüll entsorgen

LED-Lampen kosten zwar im Vergleich zu Energiesparlampen mehr, brennen aber gleich nach dem Anschalten mit voller Lichtstärke.

Energiesparlampen enthalten Quecksilber und dürfen daher nicht in den Hausmüll geworfen werden. Sie können entweder beim Händler kostenlos zurückgegeben oder über Sammelzentren - in Wien bei den Sammelstellen der MA 48 - kostenlos entsorgt werden.

Zerbricht eine Energiesparlampe, dann sollte gelüftet werden und der Rest mit einem feuchten Tuch - nicht mit dem Staubsauger - beseitigt werden.