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Verwirrung durch Fast Food

Von Andreas Rauschal

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"Wie kommt der Blubb in den Spinat?" - diese Frage aus dem Archiv der TV-Werbung ist vergleichsweise noch leicht zu beantworten. Wie allerdings - und dass überhaupt - 34 Gramm Fett im Hamburger Royal TS oder 27 im Big Mac landen, bleibt hingegen im Dunkeln. Wird im aktuellen Werbespot des Franchisers mit dem großen gelben M doch lediglich darauf hingewiesen, dass die durch die Fleischbank alpenrepublikanischen Rindsviecher - Schlachtruf: Kiah san Kiah! - ganz ohne die Beigabe von Fett zubereitet werden. Von dieser Randnotiz einmal abgesehen, steht im Bio-Zeitalter der Nachhaltigkeit, sprich der Etablierung grün-politischer Ideen weit über die Hippie-Grenzen hinweg, auch bei der Fast-Food-Kette längst ein Umstand im Vordergrund: Die Produkte wollen als superfrisch, supergesund und von wegen Lokalpatriotismus immer auch rot-weiß-rot vermarktet sein. Siehe dazu die freilaufenden Vertragsbauern und ihre Erdäpfel, die gar glücklich gedeihen. Siehe dazu die prächtigen Tierchen, die sich aus Dankbarkeit am liebsten gleich selbst schlachten würden, um für uns zwischen Salat und Tomate ins Laberl zu hüpfen.

Ja, es ist eben doch ein Agrarland, dessen Eingeborenen man das Amerikanische nach wie vor austrifizieren muss. Nur folgerichtig, dass das Unternehmensmagazin "bewusst.", das zuletzt in den Haushalt geflattert kam, aussieht, als hätte das Landwirtschaftsministerium noch unter Josef Pröll eine Genusskampagne gestartet. Wahrlich, es sind verwirrende Zeiten, in denen wir leben!