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Viele Vöglein sind schon da

Von Stefanie Holzer

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Das dieswöchige "Vom Leben der Natur" (8.55 Uhr, Ö1) ist von eminentem Reiz für alle Vogelfreunde: Am Montag statteten wir unter Anleitung von Burghard Schmidt, Professor für Sprache und Ästhetik in Offenbach, dem Hühnerhof einen kurzen Besuch ab. Das Huhn hat sich die jahreszeitlich festgelegte Paarungszeit abgewöhnt. Daraus ergibt sich der Vorteil für uns Menschen, ganzjährig mit Eiern versorgt zu werden. Naturnah ist noch das Krähen des Hahns in aller Herrgottsfrühe, denn das Hühnervolk kommt meist am frühen Vormittag in Stimmung.

Der Dienstag bescherte mir, die ich seit Jahren im Frühling versuche, wenigstens eine Vogelstimme zu erkennen, wichtige Hinweise: Die an den Futterkästen besonders häufig anzutreffende Kohlmeise hat die mit Abstand unterschiedlichsten Ausdrucksmöglichkeiten; darin schlägt sie die zumindest in Innsbruck seltenere Blaumeise um Längen. Wenn die Kohlmeise balzt, ruft sie "zizidäh".

Balzgesang klingt übrigens anders als die Lautäußerungen, die im Alltag der Kommunikation dienen. Anfang der achtziger Jahre wurde im linguistischen Grundkurs für Anglisten noch in Abrede gestellt, dass Tiere miteinander "sprechen". Da sage einer, dass die Dinge sich nicht zum Besseren verändern. Der balzende Specht ist sozusagen ein balzkommunikativer Tool-User: Sein Alltags-"tok, tok, tok" ersetzt er, heftig auf einen dürren Ast trommelnd, durch "ttrrrrrrrr". Der Ö1- Hörerservice (Tel. 01/501 70) informiert gern über Professor Schmidts Vogelstimmen-CD.